Trotz angespannter Atmosphäre: ERSC Amberg nähert sich Ziel mit 5:4-Sieg in Bad Kissingen
Zwischenfall vor der Zwischenrunde

Sport
Amberg in der Oberpfalz
14.12.2015
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(pa) Der ERSC Amberg hat am Freitagabend mit dem vierten Sieg in Serie Riesenschritte in Richtung Zwischenrunde der Eishockey-Landesliga gemacht. Beim Tabellendritten in Bad Kissingen gelang ein hochverdienter 4:3-Auswärtserfolg, der die Truppe von Alex Reichenberger für die Qualifikation schon in eine aussichtsreiche Position brachte.

Der EC Bad Kissingen bot vor eigenem Publikum gerade noch die Mindest-Kaderstärke auf, hatte aber seine Top-Spieler wie Nemirovsky, Firsanov oder Andrusovich an Bord - zumindest von Beginn an. Dennoch zeigten sich die Gastgeber eher zurückhaltend, was aber auch mit dem Druck zusammenhing, den der ERSC aufbaute. Die Löwen, ohne Schönberger, Göldner und Augsberger, ließen zunächst viele Chancen noch ungenutzt, bis Florian Bartels ein Zusammenspiel mit Dominik Farnbauer und Philipp Dürr zum 1:0 für Amberg verwertete.

Der ERSC blieb optisch weiter drückend überlegen, scheiterte aber entweder an Ex-Oberliga-Torhüter Gundlach oder aber am Torgestänge. Erst Daniel Troglauer ließ den Amberger Anhang dann wieder jubeln. In der Schlussminute des ersten Drittels nutzte der 17-jährige seine Chance zum 2:0 für den ERSC - und zu seinem ersten Pflichtspieltor im Herrenbereich. Der Mittelabschnitt begann mit einem unerfreulichen Vorfall, in dem Kissingens Spielertrainer Mikhail Nemirovski verwickelt war (siehe Bericht nebenan). Nachdem sich die Unruhe etwas gelegt hatte, übernahmen die Amberger Löwen wie zuvor wieder das Kommando, versäumten aber trotz drückender Überlegenheit im weiteren Verlauf des Drittels den Ausbau der Führung. Die Quittung für die ausgelassenen Möglichkeiten bekamen die Löwen gleich zum Start des Schlussdrittels mit dem Anschlusstreffer von Ledin, als beide Teams einen Spieler auf der Strafbank sitzen hatten.

Es folgte nun ein offener Schlagabtausch mit Torraumszenen im Minutentakt. Zunächst antwortete der ERSC in Person von Daniel Krieger mit dem 1:3, doch beinahe postwendend setzten die Wölfe mit dem 2:3 durch Andrusovich nach. Dem ERSC ging die Konzentration etwas verloren, selbst als Kissingens Ex-Profi Konstantin Firsanov mit einer Zehn-Minuten-Disziplinarstrafe auf die Strafbank verbannt wurde. In Überzahl gelang erneut Krieger das 2:4, aber die Freude in den Amberger Reihen dauerte nur knapp eine Minute, da waren die Gastgeber wieder durch Andrusovich auf einen Treffer heran. Die ganze angespannte Atmosphäre bei den Kurstädtern spiegelte sich dann mit der Spieldauerstrafe für Toptorjäger Alex Andrusovich, der sich wegen eines Checks gegen den Kopf eines Amberger Spielers zugleich eine Sperre für das nächste Match einhandelte. Für den ERSC war es trotz der vorherigen Überlegenheit keine leichte Aufgabe mehr bei all der Vorkommnisse, aber die Löwen verhielten sich taktisch klug, spielten die Partie ruhig und diszipliniert zu Ende.

EishockeyLandesliga Gruppe 1

EC Bad Kissingen - ERSC Amberg 3:4 (0:2, 0:0, 3:2)

Tore: 0:1 (16.) Bartels (Farnbauer, Dürr), 0:2 (20.) Troglauer (Hampl), 1:2 (43.) Ledin (Tilla, Firsanov/4-4, 1:3 (44.) Krieger (Rybka/4-4), 2:3 (45.) Andrusovich (Tilla, Golz), 2:4 (52.) Krieger (Flamik/5-4) , 3:4 (54.) Andrusovich(Tilla, Ledin/5-4) - Strafen: Bad Kissingen 28 + 10 (Firsanov) + 20 (Spieldauer Andrusovic) + 20 (Matchstrafe Nemirovski), Amberg 20 Minuten - SR: Gut, Reitz - Zuschauer: 140.


Mit blutender Wunde ins KrankenhausDer Mittelabschnitt des Eishockeyspieles zwischen Bad Kissingen und dem ERSC Amberg begann mit einem unerfreulichen Vorfall. Kissingens Spielertrainer Mikhail Nemirovski wurde von Ambergs Andreas Hampl - der trotz verletzungsbedingtem Handicap auflief - in der neutralen Zone gefoult, handelte sich darauf hin aber mit einer äußerst unsportlichen Aktion selbst eine Matchstrafe ein. Auf dem Weg in die Kabine verletzte Nemirovski obendrein einen Amberger Zuschauer. Angeblich hatte er seinen Schläger in die Menge geworfen und den Amberger Fan im Gesicht getroffen. Fakt ist: Dieser zog sich eine heftig blutende Wunde unterhalb des Auges zu, er wurde mit mit Verdacht auf Jochbeinbruch ins Krankenhaus gebracht. Schlechte Papiere für das Enfant terrible Kissingens, denn aufgrund des Vorfalls wurde die Polizei gerufen, die das Geschehnis vor Ort aufnahm. (pa)
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