13-Jährige in Amberg vergewaltigt
Sex-Prozess ohne Öffentlichkeit

Auf der Kräuterwiese in Amberg soll es im Sommer 2015 zu der Vergewaltigung gekommen sein. Archivbild: wsb

Die Tat an einer 13-Jährigen schockierte im Sommer 2015 Amberg. Der Vergewaltigungsprozess, der am Dienstag vor dem Landgericht begonnen hat, findet nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach halbstündiger Beratung gab der Vorsitzende Richter bekannt, dass Zuschauer und Medienvertreter nicht zugelassen sind.

Das mutmaßliche Gewaltverbrechen sorgte für großes Aufsehen bei der Amberger Bevölkerung. Jetzt wird es unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Nach einer zum Prozessauftakt getroffenen Entscheidung der Jugendkammer des Landgerichts darf nur die Urteilsverkündung vor Zuhörern stattfinden.

Ins Gebüsch gezerrt


In dem vorläufig auf fünf Tage angesetzten Verfahren geht es um die Vergewaltigung einer 13-Jährigen. Das Mädchen aus dem Kreis Schwandorf war in der Nacht zum 25. Juli letzten Jahres mit dabei, als auf der sogenannten Kräuterwiese an der Vils in Amberg ein Treffen zahlreicher Jugendlicher stattfand. Dabei soll die Schülerin dann, wie Kripo und Staatsanwaltschaft ermittelten, von einem 19-Jährigen in ein Gebüsch gezerrt und dort auf üble Weise missbraucht worden sein.

Vorbestrafter Täter


Die Tat wurde von Teilnehmern der Partyrunde beobachtet und der Polizei gemeldet. Kurz danach kam es zur Festnahme des mutmaßlichen Gewalttäters. Fahnder der Kripo kannten ihn schon: Wenige Monate vor dem mutmaßlichen Übergriff hatte der im Kreis Amberg-Sulzbach wohnende Mann vom Landgericht Amberg eine zweijährige Haftstrafe zur Bewährung erhalten.

Nach einem mehrtägigen Prozess herrschte Klarheit, dass auch dabei eine junge Frau, die nach heftigem Alkoholgenuss willenlos war, sexuell missbraucht worden war. Zu dem Verfahren vor der Jugendkammer sind zahlreiche Zeugen geladen.

Dem Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit, gestellt von Verteidiger Georg Karl (Regensburg), hatte sich die in dem Fall ermittelnde Staatsanwältin Michaela Frauendorfer widersetzt. Sie hielt es für ausreichend, Zuhörer nur bei der Vernehmung minderjähriger Zeugen aus dem Sitzungssaal zu entfernen. Die Jugendkammer sah es anders. Im Prozess, so der Kammervorsitzende Harald Riedl, würden schutzwürdige Interessen des mutmaßlichen Täters und des Opfers zur Sprache kommen.
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