30 Jahre schreibt der Krügelmarkt der Neuzeit Erfolgsgeschichte
Gerhard Stock weckt Traditionsmarkt aus Dornröschenschlaf

Vor 30 Jahren hat Gerhard Stock aus Dassel dem Krügelmarkt neues Leben eingehaucht. Bild: ads
 
Über 40 Anbieter aus der ganzen Republik und dem benachbarten Ausland präsentieren heute und morgen ihre Töpferwaren am Malteser. Bild: Hartl

Es ist wieder Krügelmarkt. Heute (ab 9 Uhr) und morgen (ab 11 Uhr) bieten rund 40 Töpfer in der Weststadt erneut ihre Waren an. Dass diese Tradition vor 30 Jahren zum Leben erweckt wurde, hat Amberg einem Niedersachsen zu verdanken. Und einer glücklichen Fügung.

Amberg . (ads) Patrozinium der Georgskirche und Krügelmarkt, das gehört zusammen. Diplom-Kaufmann Gerhard Stock aus Dassel weckte vor genau 30 Jahren die Jahrhunderte alte Tradition des Krügelmarkts aus dem Dornröschenschlaf, nachdem dieser 1957 darin versunken war.

Herr Stock, was bewegt einen Niedersachsen dazu, in Amberg einen Krügelmarkt zu organisieren?

Gerhard Stock: Ich komme aus einer Töpferfamilie. Meine Mutter war Töpfermeisterin mit einem eigenen Betrieb, in dem wir drei Kinder hart mitarbeiten mussten. Das Töpferhandwerk auszuüben, kam für mich nicht in Frage. Zudem hatte mein Bruder das größere handwerkliche Geschick. Ich schlug deswegen die Berufslaufbahn des Kaufmanns ein. Ich begann dann, in ganz Deutschland Märkte mit Töpferwaren zu organisieren. In den 80er-Jahren sprach mich eine Hirschauerin in Regensburg auf dem von mir organisierten Kunsthandwerkermarkt auf die Wiederbelebung des Krügelmarkts an.

Was wussten Sie über ihn?

Dieser Markt hat eine Jahrhunderte lange Tradition, denn bereits seit Baubeginn der heutigen Georgskirche im Jahr 1359 soll dieser als Geschirrmarkt seine Anfänge genommen haben. Ich setzte mich also mit der Amberger Stadtverwaltung in Verbindung, und nach mehreren Gesprächen bekam ich grünes Licht. 1987 wurde der erste Krügelmarkt der Neuzeit abgehalten, der durch seinen überwältigenden Zuspruch zum vollen Erfolg wurde.

Wie hat sich der Markt in den vergangenen 30 Jahren entwickelt?

In all den Jahren hat dieser Markt von seiner Beliebtheit nichts eingebüßt, ja sogar alljährlich eine Steigerung erfahren. In den 30 Jahren hat sich das Verständnis entwickelt, dass Töpferware nicht nur Gebrauchskeramik ist, sondern auch ein Geschenkartikel. Hier sind unsere rund 40 Töpfer aus ganz Deutschland und dem benachbartem Ausland top. Eine Amberger Marktbesucherin brachte es einmal mit ihren Worten auf den Punkt: Ein handgetöpfertes Kaffeehaferl hat halt Seele.

Was fasziniert Sie so besonders am Amberger Krügelmarkt?

Die Chemie und die Balance im magischen Quadrat aus Veranstalter, Stadtverwaltung, Besucher und Töpfer stimmen. Als Veranstalter pflege ich eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und mit den Vertretern der Park- und Werbegemeinschaft. Die Amberger scheinen ihren Krügelmarkt im Blut zu haben. Sie zeigen Kunstverstand und eine hohe Wertschätzung gegenüber dem exklusiven Angebot. Somit kommen die Töpfer dann gerne nach Amberg, um dem geneigten Publikum hier ihre geschätzte Ware zu präsentieren.

Ihr Wunsch für die Zukunft des Krügelmarkts?

Dass ich den Krügelmarkt noch viele Jahre organisieren kann, erklärt sich von alleine. Derzeit arbeite ich an der Verwirklichung eines Schokoladenmarkts in den Herbstmonaten in Amberg, um dort meine Schokoladenprodukte in Kombination mit Scherenschnitten gemeinsam mit hiesigen und überregionalen Schokoladenherstellern zu präsentieren. Vielleicht klappt es.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.