31 Kinder aus der Erstaufnahmeeinrichtung seit 18. Juli in Übergangsklassen
Schulpflicht gilt auch vor Ferien

Noch kurz vor Schuljahresende haben die Barbara- und die Luitpoldschule Zuzug bekommen: 31 Kinder aus der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in der Köferinger Straße werden seit 18. Juli dort unterrichtet.

Die 17 neuen Migrantenkinder an der Barbaraschule und die 14 an der Luitpoldschule haben eines gemeinsam: Sie sind seit drei Monaten in Deutschland und damit jetzt schulpflichtig. Die Schulen hätten das kurzfristig möglich gemacht, lobte Schulamtsdirektor Heinrich Koch im Gespräch mit der AZ. Das Schulamt steuere mit der Zuweisung von mobilen Reserven seinen Anteil bei. Die Kinder seien an die bestehenden Übergangsklassen angegliedert worden, was Synergieeffekte erzeuge. Die Barbaraschule hat nun zwei Ü-Klassen, die Luitpoldschule drei.

Zunächst hatte man laut Koch beabsichtigt, die Kinder direkt in der Erstaufnahmeeinrichtung zu unterrichten. "Aber das ging dann nicht wegen Raumproblemen." Die jetzige Regelung soll erst einmal bis zum Schuljahresende gelten. Wie es ab September weitergeht, ist Kochs Worten zufolge noch nicht geklärt. "Da ist vieles im Fluss."

Übergangsklassen - für Kinder ohne Deutschkenntnisse, die eine besondere Sprachförderung brauchen - gibt es im Schulamtsbezirk Amberg/Amberg-Sulzbach ansonsten in den Grundschulen Vilseck und Hahnbach (hier sogar zwei) sowie an den Mittelschulen Krötensee und Dreifaltigkeit 2. Die D2-Klasse lief erstmals in Ganztagsform, was nach Kochs Einschätzung sehr positive Ergebnisse brachte, "weil die Kinder sich den Großteil des Tages in einem deutschsprachigen Umfeld bewegen". Insgesamt wurden zum 1. Juli 151 Kinder mit Migrationshintergrund in Übergangsklassen unterrichtet, 59 im Grundschulbereich, 92 in Hauptschulen.

Deutschförderklassen (Migrantenkinder werden dort in ausgewählten Fächern getrennt von ihrer Stammklasse unterrichtet) wurden 2015 neu eingeführt: an der Krötensee-Mittelschule sowie den Amberger Grundschulen Albert-Schweitzer, D 1, Max-Josef und Barbara. Letztere erhält ab September eine zweite Förderklasse, während an der Grundschule Freihung eine ganz neu entsteht. "Das geht auf die Gemeinschaftsunterkünfte dort zurück", erläuterte Koch.

Im Integrationsbereich laufen auch die Mittel für Drittkräfte weiter, die Zusatzangebote außerhalb des Unterrichts ermöglichen. Das kann zum Beispiel die gemeinsame Umsetzung eines künstlerischen Projekts sein.

838 Schüler im Mittelschulbereich verteilen sich ab September auf Ammersricht (135), Dreifaltigkeit (264) und Luitpold (382) sowie die Montessorischule (57).

Hauptstandort für die M-Klassen ist in Amberg die Luitpold-Mittelschule mit sechs Klassen. Die 2015 neu eingeführte M10 der Montessori-Schule schreibt dort ihre Abschlussprüfungen. Dafür läuft 2016/17 zum letzten Mal an der Luitpoldschule eine Ganztagsklasse, da die Dreifaltigkeitsschule zur reinen Ganztagsschule umgebaut wird. Sie bekommt ab September zwei weitere gebundene Ganztagsklassen, hat dann neun.

Der Prozess der "verstärkten Profilbildung" der Amberger Mittelschulen geht also weiter. Für Ammersricht sieht das Konzept eine verstärkte Berufsorientierung sowie Einzelinklusion vor. Die dortige Mittelschule hat zudem den Antrag für das Schulprofil Inklusion (wie es Ursensollen bereits hat) gestellt. Es ist aber noch unklar, ob er genehmigt wird.

Erstklässler-EinbruchEinen happigen, aber - wegen der Abhängigkeit von den Geburtenzahlen - nicht ungewöhnlichen Einbruch gibt es in Amberg bei der Zahl der Erstklässler zum Schuljahr 2016/17: Es sind heuer nur 314, nach 371 im Vorjahr. Die fünf Grundschulen werden ab September von 1355 Kindern besucht. Davon gehen 18 in eine Übergangsklasse, 71 in die Montessorischule. Kleinster Regelschul-Standort in Amberg ist Ammersricht (132), der größte die Max-Josef-Schule (341). (ll)


Neu in ihren ÄmternAn der Barbaraschule, wo seit 1. März Rektorin Elke Schmidt im Amt ist, steigt Andrea Konrad von der Lehrerin zur Konrektorin auf. Neu in Funktionsstellen kommen ab September Martina Tobollik (Ammersricht), die Seminarrektorin für ein Grundschul-Seminar wird, Corinna Kellner (Luitpold-Mittelschule), die als Fachberaterin Migration wirkt, sowie Hildegard Feyerer (Hirschau), die den Posten einer Beauftragten für die Zusammenarbeit Kita - Grundschule übernimmt. (ll)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.