500 Jahre Reformation: Programm steht
Eine Halbe für Martin Luther

Stießen auf das Reformations-Jubiläumsjahr 2017 mit der Luther-Halben an (von links): Pfarrer Eduard Kroher, Pfarrer Dr. Johannes Blohm, Archivleiter Dr. Johannes Laschinger, Dekan Karlhermann Schötz, Braumeister Martin Sterk, Oberbürgermeister Michael Cerny, Pfarrer Joachim von Kölichen und Siegfried Kratzer, Vorsitzender des Evangelischen Bildungswerks. Bild: Uschald

Überregional bedeutend wird der Amberger Beitrag zum Reformationsjubiläum im nächsten Jahr. Davon ist Oberbürgermeister Michael Cerny überzeugt. Den weltlichen Aspekt bedient die Brauerei Sterk mit der Luther-Halben.

Zum 500. Mal jährt sich 2017 der Beginn der Reformation. Dass Amberg im Laufe der Geschichte dabei eine wichtige Rolle zukommt, das sollen zehn Fachreferate belegen, die das Stadtarchiv organisiert. Amberg verfügt über ein bedeutendes Archivgut, darunter wertvolle Luther-Korrespondenz. Evangelische Pfarrer hatten die Idee, mit einer Luther-Halben an den lebensfrohen Reformator zu erinnern.

Ökumenisches Fest


Pfarrer Joachim von Kölichen (Paulaner-Gemeinde), Dr. Johannes Laschinger (Stadtarchiv) und Siegfried Kratzer (Evangelisches Bildungswerk) stellten das Programm zum Jubiläumsjahr 2017 vor. Laut Kölichen hat Amberg eine eigene bemerkenswerte Reformationsgeschichte und könne mehr tun als nur allgemein die Bedeutung der Reformation für heute und die Zukunft zu bedenken. Als geistlichen Höhepunkt kündigte er ein ökumenisches Christusfest mit den katholischen Pfarreien für Pfingstmontag, 5. Juni, an. Zwei Gottesdienste bilden Auftakt und Abschluss, jeweils am 31. Oktober.

Den Glauben einsetzen


Nach Worten des Pfarrers sei von Anfang an klar gewesen, "dass das Gedenken an die Reformation nur dann ein Fest sein kann, wenn wir es in ökumenischer Verbundenheit vor allem mit den katholischen Glaubensgeschwistern begehen". Und er nannte noch einen Aspekt: "Wenn wir als evangelische Christen in Amberg immer auch unseren Glauben zum Wohl des weiteren Gemeinwesens mit Menschen ganz verschiedenen Glaubens und denen ohne Bekenntnis einsetzen". Viele Ideen zur Programmgestaltung lieferte Siegfried Kratzer, Vorsitzender des Evangelischen Bildungswerks. Letztlich habe sich dank freundschaftlicher Zusammenarbeit verschiedener Organisationen und Menschen ein bunter Strauß an Ideen und Veranstaltungen entwickelt, der ziemlich einmalig sei. "Letztlich waren diese Vorbereitungen ein Zeichen von Bürgersinn im des Wortes bester Bedeutung", versicherte Joachim von Kölichen. Für ihn ist das Gedenken an die Reformation vor 500 Jahren in Amberg mehr als eine reine kirchliche Veranstaltung, sondern ein Stück Amberger Identität.

Drei kräftige Schläge


Als Nebenprodukt der Planungsgruppe kann man die Idee bezeichnen, zum Reformationsjubiläum eine Luther-Halbe auf den Markt zu bringen - war Luther ja auch weltlichen Freuden gegenüber nicht abgeneigt. Und so taten sich Pfarrer Dr. Johannes Blohm und Braumeister Martin Sterk zur Realisierung zusammen. Das Ergebnis stellten sie in der Brauereigaststätte Sterk der Öffentlichkeit vor. Es bedurfte nur dreier kräftiger, spritzerfreier Anzapfschläge durch den Oberbürgermeister, bis die Luther-Halbe die Probierrunde machen konnte. Cerny sagte, bei den Veranstaltungen und Vorträgen im Jubiläumsjahr könne man viel über die Geschichte der Stadt erfahren.

Unterhaltsam verlief der Probierabend, bei dem Kratzer teils deftige Kostproben aus Luthers Tischreden vortrug. Da musste auch der katholische Pfarrer Eduard Kroher so manches Mal schmunzeln. (Hintergrund)

Essen und Trinken, Leib und SeelePfarrer Dr. Johannes Blohm erinnerte daran, dass sich Luther mit dem von seiner Frau Käthe gebrauten Bier gestärkt habe. "Wenn wir uns an seinen reformatorischen geistlichen Kraftakt erinnern, erinnern wir uns auch an sein Leben. Und da hatte ein gefüllter Krug seinen festen Platz am Tisch, weil Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhält", stellte Blohm schmunzelnd vor zahlreichen Gästen fest. "Deshalb wollen auch wir zusammenhalten, um ein schönes und nachhaltiges Jahr der Erneuerung zu erleben", erläuterte er. Martin Sterk hielt sich beim Einbrauen des Luther-Suds an historische Quellen, wonach das Bier seinerzeit wohl dunkel und naturtrüb war. Vorwiegend Frauen standen am Sudkessel. (usc)
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