55-Jähriger bricht zusammen: Leben gerettet
Zwei Frauen als Schutzengel

Die Herz-Druck-Massage kann Leben retten. Das hat sich wieder einmal gezeigt. Archivbild: Hartl

55 Jahre, raucht und trinkt nicht, sportlich, schlank - auf einmal bricht der Mann mitten auf der Straße zusammen und bleibt leblos liegen. Der Fall, der sich vor wenigen Tagen an der Ecke Batteriegasse/Bahnhofstraße ereignet hat, hat für einiges an Aufsehen gesorgt. Nicht nur, weil sich das Geschehen zur Mittagszeit in der Hauptverkehrsachse der Altstadt zutrug, sondern auch weil zwei zupackende Passanten dem Mann das Leben gerettet haben.

Im Team geholfen


Die Nichte des Betroffenen hatte über Facebook nach den Ersthelfern gesucht, um sich zu bedanken. "Ich habe sie mittlerweile gefunden", erzählt die junge Frau auf Nachfrage. "Wenn die beiden nicht so vorbildlich geholfen hätten, wäre mein Onkel heute nicht mehr am Leben." Der Rettungsdienst bestätigt diese Aussage. Zufällig sei eine Altenpflegerin der Johanniter vor Ort gewesen. Sie habe nach dem Absetzen des Notrufs sofort mit einer Herz-Druck-Massage begonnen. Eine andere Frau habe den 55-Jährigen von Mund zu Mund beatmet "und das, obwohl der Mann blutverschmiert war". Durch den Sturz hatte er sich eine Platzwunde zugezogen.

Ursache für den Zusammenbruch war nach Auskunft der Nichte offenbar eine nicht auskurierte Grippe, die letztendlich das Herz aus dem Tritt gebracht hat. "Keiner hätte mit sowas gerechnet. Wir dachten alle, mein Onkel wäre kerngesund", erzählt sie. "Da sieht man, dass jeder plötzlich in eine solche Situation kommen kann." Gerade deswegen sei es ihr ein Anliegen gewesen, den Helfern zu danken. Die beiden Frauen, die den Mann reanimierten, haben den Rettungssanitäter schwer beeindruckt. "Die Dame, die die Mund-zu-Mund-Beatmung machte, war selber schon etwas älter und hatte wegen einer Arthrose Probleme sich hinzuknieen und wieder aufzustehen", berichtete der Mann vom Roten Kreuz. "Sie hat das trotz ihrer körperlichen Einschränkungen super gemacht." Auch einen Herrn von der benachbarten Volks- und Raiffeisenbank lässt der Sanitäter nicht unerwähnt. Er habe den in der Nähe befindlichen Defibrillator herbeigeschafft. "In diesem Fall hat wirklich alles geklappt."

Treffen geplant


Dem 55-Jährigen geht es inzwischen schon wieder besser. Ärzte des Klinikums St. Marien haben ihm zwei Stents eingesetzt. Wenn alles klappt, wird es demnächst ein Treffen mit den Lebensrettern und eine neue Geburtstagsfeier geben.
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