90 Jahre Paulaner-Posaunenchor
Tradition mit hohem Spaßfaktor

Neun Jahrzehnte alt, aber kein bisschen aus der Mode: Der Paulaner-Posaunenchor gestaltete mit Gästen aus Sachsen seine eigene Feier.
 
Dekan Karlhermann Schötz und Pfarrer Joachim von Kölichen ehrten bei der 90-Jahr-Feier des Posaunenchors langjährige Aktive. Bilder: Steinbacher (2)

Den Posaunenchor der evangelischen Pfarrgemeinde Paulaner gibt es seit 90 Jahren. Das war Grund genug, am Wochenende gebührend mit viel Musik und Lob Gottes zu feiern.

Amberg. (ads) Nach einem ganztägigem Workshop mit Richard Roblee und einem abendlichen Konzert kam die Gemeinde in der Paulanerkirche tags darauf zu einem feierlichen Gottesdienst zusammen. Dieser war von wunderbaren Bläserklängen des Jubel-Posaunenchors und seiner Gäste aus Pockau (Sachsen) geprägt. Während des Gottesdienstes wurden verdiente Bläser für 20, 25 und 40 Jahre Treue zum Posaunenchor gewürdigt.

Im Wandel der Zeit


"Musik und das Lob Gottes sollen heute im Mittelpunkt unseres Gottesdienstes stehen ", kündigte Pfarrer Joachim von Kölichen an. Es folgten erhebende und beschwingte Bläserklängen. Mit Esprit und Humor würzte Posaunenchor-Obmann Dr. Ulrich Siebenbürger seine Ansprache, die er unter das Thema "Herausforderungen und Chancen der Posaunenchöre - damals und heute" stellte. Im Mittelpunkt der Rede standen der Jubelchor im Wandel der Zeit und die Frage "Was soll in Zukunft aus dem Posaunenchor werden?"

Siebenbürger sprach sich für eine Neuausrichtung aus, wobei Traditionen und Herausforderungen zusammengebracht werden müssten. Er erinnerte an die Gründungszeiten. Da man Neumodisches nicht gleich in der Kirche wollte, sei unter dem Dach des CVJM die erste Bläsergruppe entstanden, in Amberg später in Anlehnung an den Gemeindeverein. Heute ist laut Dr. Siebenbürger ein Posaunenchor typisch evangelisch, das sei eine Tradition.

Auch die Instrumente seien einem Wandel der Zeit unterlegen. So seien Posaunen hierzulande erst im 18. Jahrhundert durch die Stadtpfeifer eingeführt worden. "Der erste Posaunenchor in Amberg verwendete ausschließlich Posaunen, erst Jahre später kamen die Trompeten dazu, erst nach 30 Jahren eine Tuba und bis heute - auch nur ausnahmsweise mal - ein Schlagzeug." Der Vorteil der Posaunenchöre liege klar auf der Hand: mobil und regenfest - folglich bevorzugt einsetzbar außerhalb der Kirche: bei Freiluftgottesdiensten, am Friedhof, bei Ständchen - insgesamt also bei eher seltenen Gelegenheiten. Schwerpunkt bleibe mittelfristig die Gottesdienstgestaltung.

Siebenbürger stellte die Frage: "Für wen spielt eigentlich der Posaunenchor?" Seine Antwort lautete: In erster Linie zur Ehre und zum Lob Gottes. Trompete und Posaune machten aber auch gute Laune und hätten einen hohen Spaßfaktor. Freude bereitet nach seinen Worten auch das Miteinander von Jung und Alt, von unterschiedlichen Charakteren, von Männern und Frauen, von Jungbläsern und Erfahrenen, von evangelisch und katholisch.

Suche nach Antworten


Abschließend ging Siebenbürger auf seine Reformwünsche für den Chor ein: "Die geduldige Suche nach neuen Antworten auf die hohe Mobilität der Menschen im Jahr 2016, die einen regelmäßigen Probenbesuch unmöglich macht; die Arbeitsteilung, die nicht alle Bürde dem Chorleiter auferlegt, und die überregionale Zusammenarbeit bei Schulungen und Freizeiten. Weg von der Pflicht, hin zur Kür. Spielen vor Freude und mit ansteckender Begeisterung, so dass Alt und Jung Lust bekommen, mitzumachen", lautet seine Antwort.

Nach dem Grußwort ehrte Dekan Karlhermann Schötz mit Pfarrer Joachim von Kölichen und dem Leiter des Chors, Rudolf Bär, verdiente Bläser für ihre langjährige Mitgliedschaft: Für 20 Jahre Gernot Herbolzheimer und Kurt Wenzel; für 25 Jahre Dr. Ulrich Siebenbürger und Harald Herbert sowie für 40 Jahre Dr. Walter Häring, Pfarrer Roland Böhmländer, Manfred Kölbel, Klaus König und Leo Schmidt. Nach dem Gottesdienst waren die Gäste zum Stehempfang ins Gemeindehaus eingeladen.
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