Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht auf Exkursion zu den Hochbehältern
Wasserversorgung seit 1893

Bei der Exkursion machten die Teilnehmer auch Station am Hochbehälter Mittelzone. Neben weiteren Reservoiren sorgt er für die Wasserversorgung der höher gelegenen Wohngebiete am Mariahilfberg. Im alten Hochbehälter haben jetzt Fledermäuse eine Heimat gefunden. Bild: hae

Ammersricht. Die Heimat erleben ist eines der Anliegen, das sich die Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht (AWA) zum Ziel gesetzt hat. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken bot sie mit dem Wasser-Wanderweg auf dem Mariahilfberg eine Exkursion in die Geschichte an.

Die Wanderung führte Vorstandsmitglied Alfons Wanninger. Zunächst ging es Richtung Hochzonen-Behälter und von dort zum Jesuitenbrünnerl. Diese Quelle lieferte bis Ende des 19. Jahrhunderts in einer Holzleitung das notwendige Wasser zum Bierbrauen. Der neue Hochbehälter Mittelzone, einer von sechs seiner Art, war die nächste Station. Der daneben stehende alte Wasserhochbehälter dient jetzt dem Landesbund für Vogelschutz als Behausung für Fledermäuse. Bevor es über den Philosophenweg und die Stufentreppe zurück zur Kirche ging, machten die Exkursionsteilnehmer noch einen Abstecher zum kleinen Wasser-Museum, das im einstigen Werk Am Anger untergebracht ist.

Dort wartete mit Stefan Prüfling der zuständige Betriebsingenieur von den Stadtwerken. Er bezeichnete das ehemalige Pumpwerk als historischen Ort, weil damit 1893 die Geburtsstunde einer flächendeckenden Versorgung für Amberg eingeleitet wurde. Die Stadtwerke fördern jährlich 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Pro Kopf werden täglich im Schnitt 134 Liter verbraucht. Das kostbare Nass stammt aus den Urspringer Quellen und aus Tiefbrunnen bei Engelsdorf. Bereits 1892 begann der Bau der ersten zentralen Versorgungsleitung von Urspring nach Amberg, mit der noch heute vor allem Ammersricht und Wagrain versorgt werden. 1965 erfolgte die Inbetriebnahme des Wasserwerks Engelsdorf. Die Hochbehälter um den Mariahilfberg dienen vor allem der Speisung höher gelegener Wohngebiete.

Bei den Diskussionsbeiträgen ging es vornehmlich um Wasserresourcen, Nitratwerte durch landwirtschaftliche Düngung und Privatisierungsbestrebungen andernorts. Den Stadtwerken ist laut Stefan Prüfling bewusst, dass die Schutzzonen an den Rändern durch intensive Landwirtschaft zunehmend gefährdet werden. Mit den Landwirten werde dafür gesorgt, dass die Nitratwerte im Wasser keine Gefährdung darstellten.
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