Aktionswoche zur Abfallvermeidung mit Infostand
Eigener Stadtbecher für Coffee to go in Amberg

Die Kaffee-Einwegbecher sollen reduziert werden. Eine Umsetzung der Kampagne "Coffee to go again" hatte auch die SPD-Stadtratsfraktion in einem Antrag gefordert. Jetzt wollen die Abfallberatung und der Stadtmarketingverein ein Pfandsystem für einen städtischen Mehrwegbecher auf den Weg bringen. Bild: Steinbacher

Mit der Kampagne "Coffee to go again" beteiligt sich die Abfallberatung der Stadt an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die bis Samstag, 27. November, läuft. Wie Matthias Seuffert vom Amt für Ordnung und Umwelt in der Sitzung des Umweltausschusses ausführte, sei das Ziel, alle Europäer auf die Notwendigkeit der Ressourcenschonung aufmerksam zu machen. Im vergangenen Jahr gab es rund 12 000 Aktionen in 33 Ländern.

Mit dem Stadtmarketingverein möchte die Abfallberatung die Kampagne "Coffee to go again" starten. Einen diesbezüglichen Antrag zur Müllvermeidung hatte auch die SPD-Fraktion gestellt. Ein stadteigenes Mehrwegbecher-Pfandsystem werde aktuell entwickelt. Zur Auftaktveranstaltung werben Abfallberatung und Stadtmarketingverein am Mittwoch, 23. November, mit einem Infostand von 8 bis 16 Uhr für dieses System.

Sie wollen laut Seuffert aber auch aufzeigen, wie viel Müll die Einwegbecher für Coffee to go produzieren. Verbunden damit ist ein Gewinnspiel. Wer teilnehmen will, muss die in einem transparenten Kubikmeter-Sack befindlichen Coffee-to-go-Becher aus Pappe schätzen - es ist die Menge, die im Schnitt ein Vier-Personen-Haushalt pro Jahr benutzt und die gleich wieder weggeworfen wird, informierte Seuffert den Umweltausschuss. "Dadurch soll bei den Bürgern ein Bewusstsein für die Reduzierung der Abfallmengen geschaffen werden", sagte er. Der stadteigene Mehrwegbecher soll spätestens im Juni 2017 in allen teilnehmenden Coffee-Stores in Umlauf gebracht werden. "Wir sind gerade dabei, auszuloten, welche Geschäfte bei diesem System mitmachen", so Seuffert. Er kündigte an, dass die 50 Gewinnspiel-Teilnehmer, die die Müllmenge am genauesten schätzen, nach Einführung des stadteigenen Bechers diesen gratis bekommen. Bürgermeister Martin Preuß freute sich, dass die Abfallberatung aktiv und kreativ sei. Rupert Natter (CSU) fand das Kaffeebecher-Design wichtig: "Je witziger, je cooler er ist, desto größer ist die Akzeptanz."

Gegen diesen Wahnsinn: Angemerkt von Jürgen KandzioraEs sind Zahlen, die zu denken geben und verdeutlichen, welche Dimensionen der Becherwahnsinn längst angenommen hat: In Deutschland landen laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) pro Stunde (!) rund 320 000 Einwegbecher im Müll. Die DUH spricht von einem ökologischen Desaster. Sie rechnet weiter vor: Pro Jahr kämen so fast drei Milliarden Einwegbecher zusammen.

Einwegbecher, das lässt sich auf der Homepage der DUH nachlesen, bestehen überwiegend aus Papierfasern, für deren Herstellung in aller Regel Neumaterial eingesetzt wird. Bedeutet: "Es werden praktisch keine Recyclingpapierfasern genutzt, so dass für die Herstellung der Pappbecher neue Bäume gefällt werden müssen." Auch nicht gerade toll. Und weil die Einwegbecher nicht nur aus Pappe, sondern anteilig auch aus Kunststoff sind, wird auch Rohöl zu ihrer Produktion benötigt.

Argumente, die beim Griff zum Einwegbecher ein schlechtes Gewissen aufkommen lassen müssten. Zumal es halt Leute gibt, die ihn später achtlos wegwerfen und damit die Umwelt verschmutzen.

Es spricht also vieles dafür, auf Mehrweg umzusteigen, wenn man schon nicht die Zeit hat, sich ins Lokal zu setzen und dort seinen Kaffee in aller Ruhe zu genießen. Und der schmeckt aus einer Porzellantasse immer noch am besten.

juergen.kandziora@oberpfalzmedien.de


Die Frage nach dem Müll - Oder Coffee-to-go-again?

Alle Artikel zum Thema "Coffee to go again" finden Sie unter www.onetz.de/themen/coffee-to-go-again.html
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