Alte Häuser in neuem Glanz
In der Altstadt sanieren Bürger historische Gebäude

Das Gebäude in der Neustift, in dem sich früher die Pizzeria San Remo befand, wird zu einem Haus mit 15 Appartements umgebaut. Bilder: esa (3)
 
Die Fassade an der Paulanerkirche wird im zweiten Anlauf erneuert.

Mehrere historische Gebäude in der Amberger Altstadt werden in diesem Sommer saniert: unter anderem in der Neustift, in der Steinhof- und in der Ziegelgasse. An einem Gemäuer ist es schon der zweite Anlauf der Handwerker.

In der Neustift 57 wird seit März das Gebäude, in dem sich früher die Pizzeria San Remo befand, generalsaniert. Das Haus gehört den Familien Graßl, Hastaedt und Kulzer aus Weiden. Die Räume des Gasthauses im Erdgeschoss und die drei großen Wohnungen in den oberen Stockwerken wollen die Besitzer zu 15 Appartements umbauen. "Um die 30 Quadratmeter hat eine Wohnung", erklärt Sabine Graßl. Drei Stellplätze gibt es für die zukünftigen Mieter, die ab November einziehen können. Eine Auflage der Stadt war das Schieferdach, wofür der Generalunternehmer eine Spezialfirma beauftragen musste. Die meisten Handwerksbetriebe kommen jedoch aus der Region, berichtet Graßl.

Reparatur abgebrochen


Ziemlich wackelig hing der Putz an der Mauer der Paulanerkirche. Vor vier Jahren war ein Stück von der Fassade gefallen, 2014 begann die Sanierung. "Doch die wurde sofort wieder abgebrochen, weil sie aufwendiger war als gedacht", erinnert sich Pfarrer Joachim von Kölichen. Statt der geplanten 82 000 Euro sollten die Bauarbeiten 274 000 Euro kosten. "Wir mussten die Finanzierung erneut durchrechnen und einen neuen Bauantrag genehmigen lassen", sagt von Kölichen. Seit Mai arbeiten Handwerker nun an der Fassade der evangelischen Kirche. Zwischen Ende September und Mitte Oktober wollen sie fertig sein. Wie lange sie brauchen, hänge auch davon ab, wie schnell der Putz trockne, erklärt der Pfarrer. "Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird die Paulanerkirche genauso wie davor aussehen", sagt er.

Schwieriger als gedacht ist auch das Bauvorhaben von Stephen Trepesch in der Steinhofgasse. Im Dezember 2014 hat er das Haus, das zwischen den Metzgereien Lindner und Neiswirth liegt, gekauft. "Die Baustelle ist schon ewig eingerichtet", sagt der Finanzplaner. Probleme mit der Baufirma und dem Amt für Denkmalschutz haben die Arbeiten verzögert. Zunächst stand das Gebäude gar nicht unter Denkmalschutz, seit der Stadtrat den Bauantrag genehmigt hat, aber schon, erzählt er.

Das Amt forderte dann zum Beispiel weitere Anpassungen und ein Gutachten für die Giebelwände. Zum Jahresende oder im Januar soll das Wohn- und Geschäftshaus fertig sein, hofft Trepesch. Der Amberger, der in Nürnberg arbeitet, wird dann in seine Heimatstadt zurückkehren und in dem Haus als Finanzplaner ein Büro eröffnen. Dort richten sich außerdem ein Landschaftsarchitekt sowie ein Rechtsanwalt ein. Zu den Büros gibt es zwei Wohnungen, von denen Trepesch eine beziehen will.

Eine runde Sache


Seit August 2015 läuft die Sanierung des Mauerturms in der Batteriegasse. Vor dem Umbau sei er in einem "furchtbaren Zustand" gewesen, sagt Architekt Johann Ernst von den "em-Architekten". Die Stadtbau Amberg, die das Gebäude von der Stadt gekauft hat, ließ es "total entkernen", berichtet Herbert Koller, Abteilungsleiter für Verkauf und Neubau bei der Stadtbau. Im Moment ist der Mauerturm ein Rohbau. Bis zum Oktober oder November sollen die Handwerker ihre Arbeiten abgeschlossen haben, meint er. Dann wird der Mauerturm wie das Eh'häusl und die Schiffgasse 15 als Gästewohnung dienen. Über die Stadtbau können Besucher das Gebäude mieten. Im Erdgeschoss werden eine Küche und ein Essbereich eingerichtet. Im ersten Stock sind Bad und Wohnzimmer. Das Schlafzimmer befindet sich im Dachgeschoss der 60 Quadratmeter großen Wohnung. "Das Besondere ist, dass Schlafzimmer und Bad kreisrund sind", sagt Koller - beide Räume liegen im Turm. Durch die Fenster sieht der Gast die Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven. Ernst findet die künftige Wohnung schon jetzt "schnuckelig".

Ein Wehrgang, der früher durch alle Häuser der Batteriegasse ging, ist beim Mauerturm noch erhalten. Weil der Gang alleine wenig nutzte, hat die Stadtbau ein dezentes Gebäude vor den Turm gebaut. Wie teuer das Projekt ist, möchte Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn nicht verraten. Nur soviel: Es sei sehr aufwendig.

Hier wird saniertPaulanerkirche: Paulanergasse 12

Ehemalige Pizzeria San Remo: Neustift 57

Mauerturm mit Wehrgang: Batteriegasse 22

Ehemalige Vinothek neben Metzgerei Lindner: Steinhofgasse 11
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