Amberg feiert Bierfest in der Partnerstadt Desenzano
Una grande birra am Gardasee

 
Die Piazza Malvezzi als Tanzboden: Die Raigeringer Kirwaburschen feierten das zehnjährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Amberg und Desenzano mit bayerischer Musik und einem extra nach Italien transportierten Kirwabaum. Bild: hfz
Desenzano (Italien): Piazza Malvezzi |

Bis zur Allerweltskirchweih ist zwar noch ein bisschen hin. Die Italiener bekamen allerdings jetzt schon einen Hauch davon zu spüren. Die Amberger feierten in der Partnerstadt Desenzano ein Bierfest und stellten dabei sogar einen Kirwabaum auf.

Das Bier war per Blaulicht-Eskorte in die Lombardei gekommen: Die Amberger Feuerwehr lieferte am Samstag 2000 Liter Gerstensaft in die 28 000-Einwohner-Stadt am südlichen Ufer des Gardasees. „Wir haben die Fracht gut ans Ziel gebracht“, sagte Stadtbrandrat Bernhard Strobl, der mit seinem Team auch für den Ausschank zuständig war. Die gefüllten steinernen Halbe-Krügeln wurden per Holz-Trage unters Volk gebracht.

Werte austauschen


Oberbürgermeister Michael Cerny war am Samstagabend der Star der Italiener. Denn er durfte auf der Bühne des Festzeltes, das auf dem Sportgelände San Martino della Battaglia aufgestellt war, das erste Fass Bier anzapfen. Die Musikkapelle „Bayern 7“ spielte dazu „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ und die rund 600 Gäste aus der Lombardei wähnten sich bereits am Münchner Oktoberfest. Dass das Fest zum zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft aber eine deutliche Oberpfälzer Handschrift trug, dafür sorgten die Raigeringer Kirwaburschen. Sie hatten schon am Nachmittag unter weiß-blauem Himmel auf der Piazza Malvezzi einen Tanz aufgeführt und für einiges an Aufsehen gesorgt. Am Abend, als es dann zu regnen begann, stellten die Burschen im Festzelt einen extra für das Desenzano hergerichteten Kirwabaum auf. Ex-Kirwabursch und Stadtrat Daniel Müller erklärte über Lautsprecher, was es mit Austanzen, Bärentreiben und Geldbeutelwaschen auf sich hat und Susy Herrmann-Wolters übersetzte. „Wir haben bei den Italienern aber nicht abgefragt, ob sie alles verstanden haben“, sagte Kulturreferent Wolfgang Dersch. Zum Sautrog, in dem dann einer der Burschen landet, seien dann doch etliche Nachfragen gekommen.

„Diese Freundschaft hat sich wunderbar entwickelt“, bilanzierte Cerny. „Dieses Fest zeigt, dass es sich nicht nur um eine Freundschaft zwischen zwei Kommunen handelt, sondern zwischen den Bürgern dieser Städte.“ Ganz ähnlich äußerte sich die Bürgermeisterin von Desenzano, Rosa Leso. Gerade jetzt sei es wichtig zu zeigen, dass Europa mehr sei als die Vereinheitlichung von Normen und Gesetzen. „Wir bauen mit am Europa der Bürger“, sagte die Rathauschefin. Deswegen sei es wichtig, die kulturelle Vielfalt Europas darzustellen, Gemeinsamkeiten und Werte auszutauschen.

Etwas zu viel Bier


Dem Oberpfälzer Bierfest am Gardasee war ja im Juni eine italienische Nacht an der Vils vorausgegangen. Damals präsentierte sich Desenzano in Amberg von seiner besten Seite. Mit dabei waren am Wochenende natürlich die treibenden Kräfte der Städtepartnerschaft und jene, die die Verbindung vor zehn Jahren ins Leben gerufen hatten: Mario Marchioni aus Desenzano sowie Altoberbürgermeister Wolfgang Dandorfer und der ehemalige Kulturreferent Norbert Fischer.

Die frisch aufgebackenen Brezen gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Vom Bier allerdings blieb gut ein Viertel der Menge übrig. 2000 Liter für rund 600 Gäste – das ergibt ungefähr sieben Halbe pro Kopf. „Das haben s’ dann doch nicht derpackt“, schmunzelte Stadtbrandrat Strobl bei der Heimfahrt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.