Amberg fühlt sich auf Unwetter gut vorbereitet
Wenig Gefahr durch Kanal-Flut

Nein, dies ist kein Bild aus dem überschwemmten Simbach. Es entstand Anfang September 2011 am Wagrain, wo viele Häuser von einer Flutwelle überrollt wurden. Keller und Parterreräume standen teils bis zu einem Meter hoch und mehr unter Wasser und trieften vor Schlamm. Archivbild: Hartl

Banger Blick auf den Fernseher und banger Blick zum Himmel: Kann uns in Amberg eine ähnliche Flutkatastrophe drohen wie in Niederbayern? Unwetter lassen sich nie ausschließen, aber die Verantwortlichen der Stadt fühlen sich gut darauf vorbereitet und sehen für Panik keinen Grund.

Angst ist fehl am Platze, meint zum Beispiel Norbert Füger, der Leiter des Tiefbauamts, das sich um die Kanalisation in Amberg kümmert. Er sagt das im Bewusstsein, dass die unterirdischen Abflussleitungen bei so gewaltigen Gewittern wie in Simbach eh nur eine geringe Rolle spielen. Weil das meiste Wasser nach seinen Worten schlag- und schussartig über die Oberflächen kommt, bevor es in die Kanäle gelangt. Der größte Schaden entstehe also schon vorher durch die frei fließenden Fluten, deren Wucht vorher abgefangen werden müsse.

Dafür hat Amberg an einem seiner neuralgischsten Punkte in Raigering in den vergangenen Jahren einiges getan. Der früher immer wieder stark betroffene Osten des Ortsteils wurde mit einem umfassenden Hochwasserschutz versehen, der Westen soll ihn noch bekommen. Auch Ammersricht und den Wagrain hat die Stadt im Blick - für letzteres Viertel gibt es sogar ein komplett fertiges Konzept ähnlich wie in Raigering, das "nur noch" auf seine Umsetzung wartet.

Schäden in Grenzen halten


Dafür laufen derzeit die Grunderwerbsverhandlungen, informierte Füger, ohne zu verhehlen, dass es mit folgenden Förder- und Planfeststellungsverfahren bis zur Realisierung noch eine Weile dauern kann. Dennoch hebt er hervor, dass alle gefährdeten Punkte in Arbeit sind und Amberg somit "keine echten Probleme hat", was Kennen und Reagieren auf solche Stellen betrifft.

"Kanalmäßig sind wir gut aufgestellt", bestätigt auch Thomas Forster, der Leiter des Sachgebiets für Zivil- und Katastrophenschutz sowie Feuerwehrwesen bei der Stadt. Die Nachbesserungen - bereits gemachte und geplante - ließen aus dem Untergrund "wenig Gefahr erwarten". Überhaupt ist der Katastrophenschutzbeauftragte gelassen im Hinblick auf Unwetter- und Überschwemmungslagen. "Verhindern können wir das nicht, aber wir können dafür sorgen, dass sich die Schäden in Grenzen halten", sagt er mit Blick auf die Hilfsorganisationen, die alle gut funktionierten und miteinander kooperierten.

"Wir können schon helfen"


Das gilt nach seiner Auskunft für Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienst genauso wie für THW, DLRG und die Katastrophenschutzführungsgruppe, die in Amberg bislang nur üben, nie für Ernstfälle zusammentreten musste. Das letzte Training war laut Forster übrigens erst Mitte Mai, als es um das Einsatzprotokollsystem ging mit dem Sicherstellen rascher Kommunikation. "Wir können den Leuten schon helfen", betont Thomas Forster, von der Professionalität und Schlagkraft aller eingebundenen Kräfte überzeugt. (Angemerkt/Hintergrund)
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