Amberg nach der Hexennacht
Außer Besen nicht viel gewesen

Ist das da links einer von den sieben Zwergen? Und wenn ja, was will er von den Cowboys, die bei Schneewittchen gar nicht mitspielen?

Von Andreas Brückmann

Amberg. Die Stadt ist tot. Zumindest am Freitag nach der Hexennacht. Christian Klostermann, Inhaber des Vis-à-vis, weiß das aus jahrelanger Erfahrung: "Am Donnerstag ist natürlich die ganze Innenstadt on Tour. Da brauchst nur rumlaufen und egal, wo du hingehst, es rockt. Es geht in einigen Kneipen zu unterschiedlichen Uhrzeiten los, aber es rockt irgendwann überall." Aber: "Am Freitag ist definitiv überall tote Hose."

Ein Selbsttest in der Stadt beweist: Klostermann hat recht. "Heute geschlossen" steht an vielen Türen. In den Kneipen, die geöffnet sind, ist kaum ein Maskierter zu sehen. Aber es ist doch Fasching. Für die Amberger und das Umland hat das anscheinend nur am Donnerstagabend zur Hexennacht gegolten.

Der Versuch geht weiter - im Bärenkostüm. Über den fast menschenleeren Marktplatz laufend, bekommt man mit, wie hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird: "Hast du das gesehen? Der ist ja verkleidet!" Man fällt auf, in der Faschingszeit, in Amberg. Am Tag nach den wilden Hexen und ihren Besen.

Die Kneipen laufen im regulären Modus, lediglich bei Christian Klostermann findet sich das Partyvolk vereinzelt wieder. Der Vis-à-vis-Chef schlägt kritische Töne an: "Du kannst auch drüber schreiben, ob der Donnerstag der Gastro in der Stadt nicht eventuell schadet. Freitag geht kein Schwein aus dem Haus."

Am Samstag dann ein völlig anderes Bild: Die ersten Maskierten sind zu sehen, die Lokale füllen sich, bis zum Abend sind die Buden teilweise rappelvoll. Bis in die späte Nacht.
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