Amberg und Neumarkt kooperieren bei ambulanter Versorgung
Neu: Palliativ zu Hause pflegen

Geschäftsführer der neuen GmbH sind Klinikumsvorstand Manfred Wendl (rechts) und Diakon Detlef Edelmann, Vorstand des Diakonischen Werks Altdorf-Hersbruck-Neumarkt. Bild: hfz

Unheilbar krank. Diese Diagnose ist wohl die schlimmste, die einem Menschen widerfahren kann. Hilfe erhalten Betroffene in dieser Situation beispielsweise auf einer Palliativstation oder bei einem Hospizverein.

Viele Patienten wünschen sich aber, zu Hause in den eigenen vier Wänden versorgt zu werden. Genau da setzt die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) an. Ihr Ziel ist es, Leute, die an einer nicht heilbaren und fortgeschrittenen Erkrankung leiden, ganzheitlich daheim zu betreuen.

Für die Landkreise Amberg-Sulzbach und Neumarkt sowie die Vilsstadt wird derzeit ein solches ambulantes Angebot für palliative Patienten aufgebaut. Dafür wurde eigens die Palli Vita GmbH gegründet. Gesellschafter sind derzeit laut Pressemitteilung das Klinikum St. Marien, der örtliche Hospizverein, das Diakonische Werk Altdorf-Hersbruck-Neumarkt, die Kliniken des Landkreises Neumarkt, die dortige Caritas-Sozialstation und das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Neumarkt. Geschäftsführer sind Manfred Wendl, Vorstand des Amberger Klinikums, und Diakon Detlef Edelmann, Vorstand des Diakonischen Werks Altdorf-Hersbruck-Neumarkt.

Beraten und begleiten


Ziel von Palli Vita ist es, Betroffenen eine möglichst hohe Lebensqualität im häuslichen Umfeld zu geben und sie und ihre Familien zu Hause palliativmedizinisch zu beraten und zu begleiten, erläutert die Presseinformation. Bei regelmäßigen Besuchen kontrollieren die Mitglieder des multiprofessionellen Teams demnach die Symptome der Betroffenen und beobachten den Krankheitsverlauf.

Geplant seien auch eine 24-Stunden-Rufbereitschaft der Pflegefachkräfte und Fachärzte sowie die psychosoziale Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen. Bei der Betreuung solle eng mit niedergelassenen Ärzten, den Hospizvereinen Amberg und Neumarkt, den Kirchen und ambulanten und stationären Einrichtungen in der Region zusammengearbeitet werden. "Einen Schwerpunkt bildet die Versorgung von Krebspatienten", hebt Manfred Wendl in der Presseinfo hervor, "deshalb besteht unter anderem auch eine enge Kooperation mit den Onkologischen Zentren von St. Marien und am Klinikum Neumarkt."

Zu Palli Vita gehörten niedergelassene Ärzte und Gesundheits- und Krankenpfleger mit besonderen Kenntnissen in der Palliativmedizin sowie geschulte Sozialpädagogen, Psychologen und Seelsorger. Das Team arbeite bei der Versorgung der Patienten Hand in Hand mit dem Hausarzt und eventuell schon tätigen ambulanten Pflegediensten.

Start im Herbst geplant


"Der Antrag an die Krankenkassen ist bereits gestellt", wird Detlef Edelmann in der Mitteilung zitiert. "Wir gehen davon aus, dass wir nach der Sommerpause im Herbst mit der ambulanten Palliativversorgung starten können." Die Kosten für die individuellen SAPV-Leistungen übernähmen dann die gesetzlichen Krankenkassen.
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