Amberger an Bord des Rettungskutters
Markus Neumann steuert die Sea Eye

Markus Neumann vor der "Sea Eye" im Hafen von Rostock. Der Kutter hieß früher einmal "Sternhai". Bild: privat
Wenn am Montag von Rostock aus die "Sea Eye" in See sticht, um im Mittelmeer Flüchtende vor dem Ertrinken zu retten, ist ein Amberger dabei: Markus Neumann (48) wird den 26 Meter langen, umgebauten DDR-Fischkutter die ersten zehn Tage steuern. "Mir ist es ein Herzensanliegen, dass dieses Projekt gelingt", sagt der leidenschaftliche Seefahrer. Wie berichtet, hat ein Mann aus Regensburg, das Schiff gekauft und für die Rettungsmission herrichten lassen.

Bis vor wenigen Tagen wurde die "Sea Eye" in einer Rostocker Werft flottgemacht und beladen. Unter anderem mit 500 Rettungswesten und Dutzenden aufblasbaren Inseln, auf denen Schiffbrüchige aufgenommen werden können. Neumann navigiert den Kutter zunächst bis zur französischen Hafenstadt Brest. Dort wechselt am Donnerstag, 3. März, die achtköpfige Crew. "Vielleicht kann ich mich später wieder einklinken", sagt der Amberger. Ende April will das Team im Zielgebiet zwischen der Küste Nordafrikas und Sizilien angekommen sein.

"Das Schiff wird Flüchtende in der Regel nicht an Bord nehmen", erklärt Neumann. "Wir versorgen die in Seenot geratenen Menschen nur und setzen einen Notruf ab." Dann seien die Küstenwachen gezwungen, zu helfen. Der 48-Jährige hat eine ganz persönliche Motivation. Er war ein Freund des vor fünf Jahren bei einer Atlantiküberquerung tödlich verunglückten Ambergers Bodo Rufenach. "Vor zwei Jahren habe ich miterlebt, wie es auf Lesbos einen jungen Syrer an Land geschwemmt hat", erzählt er weiter. "Er konnte noch am Strand wiederbelebt werden. Auch dieses Erlebnis hat mich nachhaltig geprägt." (Angemerkt)

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Weitere Infos und Spendenkonten:

www.sea-eye.org
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