Amberger Glossen
Suche nach Herrn Ing

Es kam mal wieder Post. Diesmal war es kein Gewinnversprechen, sondern eine originelle, hoch seriöse Ankündigung einer Erbschaft. Die Absenderin nannte sich Adriana Perez. Das Schreiben der Anwältin las sich eine Spur verzweifelt, aber auch hartnäckig.

Gut, das musste sie auch sein, denn immerhin suchte sie nach einem Erben mit dem Nachnamen Ing. 8,5 Millionen US-Dollar würden auf den Glücklichen warten. Frau Perez schlug vor, 20 Prozent zu spenden. Den Rest könnten wir uns „untereinander“ aufteilen. Die Transaktionen würde die Dame aus Spanien gleich selbst übernehmen. Immerhin sei sie ja Anwältin. Die Sache hatte aber einen gewaltigen Haken. Wir heißen gar nicht Ing und kennen den großzügigen und leider verstorbenen Herrn Ing auch nicht. Vielleicht ein Chinese?

Googeln half hier nicht weiter. Bildersuche auch nicht. Man fand Herrn Ing vor lauter Heringen nicht. Felsenfest behauptete Adriana Perez allerdings, die Namensgleichheit mit Herrn Ing würde uns als Verwandten verifizieren. Keine Chance, da konnten auch Herr Dipl und Herr Dr nicht mehr weiterhelfen. Leider kreuzte deren Stammbaum den unseres geldigen Ing auch nicht. Vielleicht waren wir aber auch einfach das falsche Unternehmen. An der OTH zum Beispiel arbeiten jede Menge Herr Ings. Auch Drings. Sogar Profdrings. Aber das sagen wir Frau Perez nicht.
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