Amberger Nischen
Sankt Petrus - der Älteste

Der Petrus aus der Schiffgasse. Schlüssel und Buch sind seine Attribute. Bild: Moser

Etwa 120 Hausnischen schmücken die Gebäude der Altstadt - doch keine ist so mysteriös, wie jene an der Schiffgasse 3. In dem grauen Haus hinter der Martinskirche hat im oberen Drittel des Giebels eine Figur des heiligen Petrus ihren Platz. Streng blickt der Erzvater der Christenheit auf die Passanten auf der Straße herab. Der Schlüssel weist ihn als Himmelspförtner aus. Zu seinen typischen Attributen gehört auch das Buch.

"Dieser Petrus ist sicherlich unsere älteste Nischenfigur", erzählt Stadtheimatpflegerin Beate Wolters. Angaben über Herkunft oder Stifter der Statue fehlen allerdings in den Archiven. "Es würde mich aber nicht wundern, wenn diese Heiligenfigur ein Teil der ersten Martinskirche war. Vielleicht eine Figur, die recht weit oben angebracht war." Dafür würde sprechen, dass der Schlüssel überdimensional groß gestaltet ist. Das Erkennungszeichen sollte wohl von Weitem sichtbar sein. "Er ist, denke ich, nicht jünger als 1350, denn es gibt noch keinen Körper; der ganze Petrus besteht aus Gewand, das in parallel laufenden, raumhaltigen Falten angeordnet ist. Spätere Figuren würden mal ein Knie erahnen lassen oder einen Oberschenkel", sagt die Stadtheimatpflegerin.

Der Hauseigentümer kann nur sagen, dass das Gebäude wohl um das Jahr 1500 herum errichtet worden ist. Im rückwärtigen Teil des Hauses gibt es noch ein historisches Gewölbe, das eine Hinterlassenschaft seines letzten Käufers beherbergt - eine Einweichtrommel für die Felle, die der Gerber aus der Straße "In der Brüh" angefertigt hat. Der Gerber, der Vater des heutigen Eigentümers , hat das Haus 1953 erworben.
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