Amberger Nischen, Teil 8
Sebastian und die Bogenschützen

Von Pfeilen durchbohrt wird der heilige Sebastian in der Neustift dargestellt. Bild: Moser
Amberg. (upl) "Papa, was ist mit dem Mann da oben passiert"?, fragt der kleine Bub, der mit seinem Vater die Neustift hinaufspaziert. Am Haus mit der Nummer 19 thront eine Figur des heiligen Sebastian. Blut rinnt an seinen Beinen herab. In den Schenkeln und im Brustkorb stecken Pfeile. "Die Statue erinnert an einen mutigen Mann, der wegen seines Glaubens zu Tode gefoltert wurde", antwortet der Vater. Dann muss er etwas weiter ausholen.

In dem Anwesen lebt oder lebte offenbar ein großer Verehrer des bayerischen Volksheiligen, der stets von Pfeilen durchbohrt dargestellt wird. Der Legende nach ließ Kaiser Diokletian gegen Ende des 3. Jahrhunderts den Leibgardisten Sebastian von Bogenschützen erschießen, weil dieser sich öffentlich zum Christentum bekannte.

Das Martyrium brachte dem gläubigen Soldaten die Heiligsprechung und eine große Verehrung vor allem in Bayern ein. Sankt Sebastian gilt den Katholiken als Fürsprecher bei Pest und Seuchen, als Schutzpatron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, Jäger und Polizisten. Sein Gedenktag ist der 20. Januar, ihn teilt er sich mit dem heiligen Fabian.
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