Amberger Solar-Förderverein setzt auf Elektro-Mobilität
1000 Gründe für Elektroautos

Da staunen selbst die jungen Schüler: Karl Müllers Elektroauto tankt umsonst daheim in der Garage. (Foto: Harald Mohr)
(Harald Mohr)

Andächtig stehen die Schüler der Fachoberschule (FOS) um den „Renault Zoe“ von Karl Müller. Der ehemalige Lehrer hilft gerade als Vertretung in einer Freistunde aus und nutzt die Gelegenheit, den Schülern seinen ganzen Stolz zu zeigen: Sein Elektroauto samt eigenem Solarkraftwerk auf dem Hausdach.

Karl Müller gehört dem Amberger Solarenergie-Förderverein an. 27 der 130 Mitglieder in Stadt und Umland haben schon ein Elektroauto und bilden eine verschworene Gemeinschaft.

Karl Müller kommt zum Höhepunkt seiner Vorführung, dem Ladevorgang über eine Steckdose, die sich am „Kühlergrill“ seines „Zoe“ befindet. „Von März bis September ist die Energiebilanz positiv“, erklärt er stolz. Wenn die Sonne scheint, erzeugt die Solaranlage auf seinem Dach und den Fassaden sechs Kilowattstunden (kWh), Haus und ladendes Auto zusammen verbrauchen aber nur 3,6 kWh. Er kann also überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Selbst wenn er unterwegs Strom zum Laden kaufen muss, zahle er nur vier Euro pro 100 Kilometer, rechnet er vor.

Eine relativ geringe Reichweite ist für viele immer noch der größte Nachteil der Elektroautos, für die anwesenden Repräsentanten des Fördervereins ist dies indes kein Hinderungsgrund: „Das sind in erster Linie Stadtfahrzeuge“, sagt Hans-Jürgen Frey, der Leiter der Infostelle Amberg/Amberg-Sulzbach des Solarenergie-Fördervereins. Außerdem ermögliche der Elektroantrieb, der ohne Getriebe auskommt, „entspanntes und stressfreies Fahren“, und das bei „sehr dynamischem Fahrverhalten“. Zudem seien E-Autos weniger reparaturanfällig und weniger komplex als Autos mit Verbrennungsmotor.

Kaufanreiz gefordert


Um wegen der im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen höheren Anschaffungskosten einen monetären Kaufanreiz zu bieten, fordert Frey jedoch einen staatlichen Zuschuss, freilich nur für „echte“ Elektroautos, nicht für Hybridfahrzeuge. Ferner brauche man mehr Ladesäulen, „an der Autobahn auch Schnell-Ladesäulen“. In den Städten sollten kostenlose Parkplätze mit Lademöglichkeit geschaffen werden. Arbeitgeber sollten diese Möglichkeit auf ihren Firmenparkplätzen ebenfalls bieten, dann könne man während der Arbeit sein Auto aufladen, und das auch noch mit dem tagsüber anfallenden Solarstrom.

Die Entscheidung für oder gegen ein E-Auto bleibt schwer: „Wer will, findet 1000 Gründe dafür, wer nicht will, 1000 Gründe dagegen“, so Karl Müller.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.