Amberger Stadtarchiv bereitet Umzug vor
Kistenpacken hat begonnen

Jörg Fischer (rechts) bereitet den Umzug des Stadtarchivs vor. Er freut sich über den guten Zustand des Materials: "Es ist eines der wenigen Archive in Deutschland, das fast vollständig ist." Bild: Steinbacher

Bis zum Umzug in den Schießl-Stadl vergehen zwar noch ein paar Monate, trotzdem haben die Mitarbeiter des Stadtarchivs bereits jetzt mit dem Kistenpacken begonnen. Zum aktuellen Bestand gesellt sich weiteres Material. "Allein im Rathaus stehen knapp über 600 Kartons, die wir übernehmen sollen", sagt Archivar Jörg Fischer. Damit vergrößert sich das Archiv etwa um ein Drittel.

Einige der bestehenden Archivalien sind bereits für den Umzug hergerichtet. Fischer hat sie in alterungsbeständige Hüllen verpackt, von Metallteilen wie Klammern oder Ösen befreit und in neue Kartons umgelagert. So soll der Erhalt für die nächsten 200 Jahre sichergestellt werden. Die Unterlagen sind wichtig: Bei Bauprojekten müssten die Planer auch heute noch oft auf alte Dokumente zurückgreifen, erklärt Fischer. Die gesamten Bestände können nicht neu verpackt werden, Teile wandern auch einfach in den alten Kartons ins neue Domizil. Bis Anfang Juni soll die Umlagerung komplett abgeschlossen sein. Angefangen hatte alles schon vor etwa zweieinhalb Jahren mit der sogenannten Bestandstektonik. Das Archiv wurde nach einem neuen System sortiert, das es vor allem für Außenstehende einfacher machen soll, sich zurechtzufinden. "Es ist nicht der Sinn eines Archivs, es den Leuten schwer zu machen", sagt Fischer augenzwinkernd.

Bis zum Frühjahr 2018


Wichtig beim Umzug ist auch die Digitalisierung. Das Archiv soll einen Auflicht-Scanner bekommen. Damit können Bücher digitalisiert werden, ohne sie komplett aufschlagen zu müssen. Der dabei unvermeidlich entstehende Knick im Bild wird anschließend durch eine Software herausgerechnet. Altes Archivmaterial kann teilweise nicht neu gebunden werden, ohne es dabei zu beschädigen. Diese Unterlagen haben bei der Digitalisierung Priorität. Schwierig seien vor allem alte Zellulosepapiere aus der Zeit ab den 1860er-Jahren bis nach dem Zweiten Weltkrieg. "Mit dem älteren Material haben wir vergleichsweise wenig Probleme", erklärt Fischer.

Der Umbau des Schießl-Stadls werde wohl noch in diesem Jahr abgeschlossen. Durch die Haus-in-Haus Lösung kann die Außenmauer des denkmalgeschützten Gebäudes am Paulanerplatz erhalten bleiben. Die neue innere Wand sorgt für die nötige Tragkraft. Diese doppelte Mauer spare außerdem Kosten für die Klimatisierung. Der Umzug des Stadtarchivs soll dann spätestens im Frühjahr 2018 erfolgen. Das Stadtarchiv wird dann etwas mehr als doppelt so viel Platz zur Verfügung haben als heute.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.