Amberger Symposium des Bundesverbandes Schädel-Hirnpatienten in Not gestartet
"Sternstunde" der Neurorehabilitation

"Dies wird das Jahrhundert der Neurorehabilitation." Daran gibt es für Armin Nentwig, den Vorsitzenden des Bundesverbandes Schädel-Hirnpatienten in Not, keinen Zweifel. Entsprechend engagiert stimmte er die Teilnehmer des Amberger Symposiums, der Fachtagung des Selbsthilfevereins mit seiner Bundesgeschäftsstelle in der Bayreuther Straße, auf dieses Thema ein. Verbunden gleich zum Auftakt mit dem Appell, weiter als Gemeinschaft von Betroffenen, Angehörigen, Medizinern, Therapeuten, Pflegekräften und Sozialpolitikern zusammenzustehen, um künftige Entwicklungen nicht nur zu begleiten, sondern zu fordern und voranzutreiben.

Rund 200 Mitglieder und Unterstützer aus dem ganzen Bundesgebiet waren am Freitagmittag in den König-Ruprecht-Saal des Landratsamts gekommen, um sich hier bis heute Nachmittag inklusive Jahreshauptversammlung über neueste Informationen zu Schädel-Hirnverletzungen, Wachkoma und neurologische Reha ins Bild zu setzen und auszutauschen. Laut Nentwig wird es noch eine Weile dauern, bis die Forschung alle Krankheitsformen und Schäden des Gehirns durchschaut und sie wirksam bekämpfen kann.

"Weltweit einmalig"


Deshalb sprach er vom "Jahrhundert der Neurorehabilitation, in dem alle Möglichkeiten für uns und die Betroffenen ausgenützt werden müssen". Noch vor 25 Jahren sei das Leben von Schädel-Hirnverletzten und Komapatienten oft "keinen Pfifferling wert gewesen", seien Ärzte und Kliniken davon ausgegangen, dass diese Leute "sowieso sterben" und hätten sich entsprechend wenig um sie bemüht. Erst durch die Gründung des Bundesverbands 1990, den Nentwig selbst aus der Taufe gehoben hatte, seien schrittweise Verbesserungen erzielt worden, Bundesland für Bundesland, weil die Themen meist auf Länderebene durchzusetzen waren.

Mittlerweile ist nach Auskunft des Vorsitzenden in Deutschland "flächendeckend eine durchgängige Neurorehabilitations-Palette entstanden, die weltweit einmalig ist". "Was hier geschaffen wurde, kam aus dieser Verbindung heraus", sparte Nentwig nicht mit Eigenlob für den Verband und seine Mitstreiter. Deshalb sah er auch im aktuellen zweitägigen Amberger Symposium eine "Sternstunde" für dieses Fachgebiet, weil viele Vorträge und Diskussionen "neueste Forschungsthemen" und Entwicklungen behandelten. Womit die Reha-Kette zum Beispiel noch ergänzt werden müsse, sei die Phase G bzw. E, in der (teil-)rehabilitierte Patienten betreutes Wohnen angeboten bekommen. Die meist jungen Erwachsenen dürften nicht zusammen mit geistig Behinderten versorgt werden, sondern bräuchten eigene unterstützende Betreuung aus dem Feld Pflege, Medizin, Therapie und Neuroreha, fordert der Bundesverband.

Am Nachmittag Neuwahlen


Er setzt seine Fachtagung mit weiteren Expertenvorträgen heute ab 9 Uhr fort, bevor es nach der Mittagspause um 13.15 Uhr mit der Jahreshauptversammlung inklusive Neuwahlen weitergeht.
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