Amberger Tierheim platzt aus allen Nähten
Alle Katzen kastrieren!

Mit einem Plakat sollen die Samtpfötchen vermittelt werden.

Das Tierheim hat ein Problem: Die Quarantänestation und die Katzenzimmer sind überfüllt. Sabine Falk ist der Verzweiflung nahe. Sie fordert eine Kastrationspflicht für alle Katzen - nicht nur für die Streuner.

"Irgendwann ist der Markt gesättigt!" Die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Sabine Falk, ist wütend. In Stadt und Landkreis gibt es viel zu viele Katzen. Die Einrichtung kann keine Miezen mehr aufnehmen. "Oft holen sich Bauern zwei Katzen wegen der Mäuse, meist Männchen und Weibchen und dann geht es rund", erklärt Melanie König, Tierpflegerin in Ausbildung. Nach einem Jahr beginne dann die Inzucht und dann kümmere sich niemand mehr um die Tiere. "Jeder darf züchten", erklärt Sabine Falk. "Die Tiere leiden. Und das nur, weil sich jemand ein Taschengeld verdienen will. In Deutschland müssen Gesetze wie in der Schweiz her." Katzenbabys werden angeschafft und nach einem Jahr fällt der Niedlichkeitsfaktor weg. Auch diese Tiere werden dann irgendwo auf der Landstraße gefunden. Außerdem gebe es einen Trend zum "Internet-Tierschutz". "Da wollen sich die Leute auf Facebook profilieren und posten Fotos von angeblichen Streunern", sagt Falk. Das seien dann meistens Freiläufer, die nach zwei Tagen von ihren Besitzern vermisst werden.

"Diese Internet-Tierschützer kommen aber nie auf die Idee, selber zu kommen, um zu helfen und sauberzumachen." Nicht jeder hat Facebook und weiß somit, dass seine Katze "gefunden" wurde. Es stecke sehr viel Arbeit in der Aufnahme von einem Tier. Da die Mitarbeiter oft nicht sofort erkennen können, ob ein Tier erkrankt ist, kommen diese in Quarantäne. "Es ist besser, vorher anzurufen. Falls die Kapazität erschöpft ist, können wir den Finder an einen Tierarzt weiterleiten, der Platz hat."

Derzeit befinden sich etwa 80 Katzen im Tierheim, verteilt auf acht Zimmer, 24 Quarantäneplätze und zwei Pflegestellen. "Das geht gerade noch, aber mehr können wir nicht aufnehmen", sagt Tierheim-Leiterin Carmen Gurdan. Die 40-Jährige wünscht sich, dass sich Menschen, die eine Katze halten wollen, im Tierheim umsehen, bevor sie sich eine aus dem Internet bestellen. "Wir haben auch Katzenbabys. Und ältere Katzen sind auch niedlich."

Es sei wichtig, dass die Katzen stressfrei leben können und das kann im Tierheim nicht immer gewährleistet werden. Vor allem dann, wenn Platzmangel herrscht. Stress fördert Krankheiten wie Katzenschnupfen. Sabine Falk betont, dass sie sich ein gutes neues Zuhause für die Tiere wünscht. Deshalb muss bei der Vermittlung auch ein Vertrag unterschrieben werden. "Und es wird geprüft, wie und wo die Tiere gehalten werden. Ein neuer Besitzer steht aber nie alleine da. Wir helfen und beraten gerne." Wer dem Tierheim aus einer Misere heraushelfen will, kann Pflegetiere aufnehmen oder Geld spenden. Wer lieber eine Sachspende abgeben möchte, kann anrufen und fragen, was gerade benötigt wird.

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Weitere Informationen:

www.tierheim-amberg,de
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