Amberger wollen an Fronleichnam ihr Christsein zeigen und vertiefen
Für Glauben demonstrieren

"Auch wenn es nicht mehr die Scharen von früher sind", wie Stadtpfarrer Franz Meiler sagte, sei es wichtig, gemeinsam den Glauben zu zeigen. Das taten erneut die Angehörigen der Pfarreien St. Martin, St. Georg und St. Michael bei ihrer zentralen Fronleichnamsprozession in der Alstadt. Sie führte vom Marktplatz über Georgen-, Regierungsstraße, Schloßgraben und Neustift zum Malteserplatz und zurück zur Basilika. (Foto: Petra Hartl)

Gehört der Islam zu Deutschland? Die Frage ist doch eher: Gehört das Christentum noch zu Europa? Diese kritische Betrachtung stellte St. Martins Stadtpfarrer Franz Meiler am Donnerstag bei der zentralen Fronleichnamsfeier in der Altstadt an. Auch weil immer weniger Menschen an diesem Fest teilnehmen.

Erst am Dienstag hatte die AZ von einer Studie zur Lebenswelt von Männern und Frauen in Europa berichtet, nach der sich 80 Prozent der befragten 18- bis 34-Jährigen ein Glücklichsein ohne Gott vorstellen können. 52 Prozent gaben sogar an, dass das Internet für sie wichtiger ist, als Glaube und Religion. Das zitierte Meiler mit einiger Erschütterung und betonte, dass es heute nicht reicht, "Fronleichnam zu feiern und einfach so weiterzutun".

Im Gegenteil müssten Sinn und Bedeutung kirchlicher Feste und verbindender Feiern stärker in den Blickpunkt gerückt werden - gleichsam als Signal und Demonstration des gemeinsamen Glaubens und der Überzeugung vom Leben mit Gott. Wobei das Wort Demonstration in Anbetracht der Prozession mit der Monstranz, die wieder durch die Straßen der Altstadt getragen wurde, gut passte. Denn tatsächlich ist Fronleichnam laut Meiler "unsere Demonstration, ein Glaubenszeugnis".

"Wir machen hier nicht Folklore", verdeutlichte der Stadtpfarrer angesichts der ernüchternden Studie und hob vor rund 500 teilnehmenden Menschen hervor: "Es geht um ein Bekenntnis und die Vertiefung des Glaubens, dass Jesus unter uns ist - mit seinem Wort und in der Eucharistie". Tatsächlich ist Fronleichnam das Hochfest vom Leib und Blut Christi. Es wie andere kirchliche Anlässe zu feiern, ermutigte der Pfarrer mit dem Blick zum Beispiel auf Christen in Syrien oder in anderen Ländern, wo Menschen ihren Glauben oft nur unter schwierigen Bedingungen ausüben könnten.

"Europa weigert sich, seine christlichen Wurzeln zu bekennen", gab Meiler die Aussage eines syrischen Betroffenen wieder, der sogar in Damaskus "mehr Respekt für Glaube und Religion" erlebte, als in europäischen Ländern.

"Das ist doch ein Schatz - bei Euch ist er in Gefahr", zitierte der Stadtpfarrer den Mann weiter, der eine Welt ohne Gott als Katastrophe bezeichnete. Das Hoffnungszeichen aber sei, "dass wir da sind", kehrte Franz Meiler zur versammelten Gemeinde zurück und betonte: "Die Freude an Gott ist unsere Kraft."
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