Ambergs Polnische Mission erhält Haare des Heiligen Johannes Paul II.
Wir sind Papst-Reliquie

Bischof Andrzej Suski (Zweiter von rechts) zelebrierte mit Regionaldekan Ludwig Gradl (Zweiter von links) und weiteren Geistlichen hinterm Bild von Johannes Paul II. die Feier zur Erhebung der Reliquie. Bilder: Steinbacher (2)

Amberg ist seit dem Himmel ein Stück näher. Zumindest wenn man an die Bedeutung von Reliquien glaubt und ihren Wert in der katholischen Kirche schätzt. So gesehen hat die Stadt am Sonntag einen Schatz erhalten: eine Reliquie des verstorbenen Papstes und Heiligen Johannes Paul II.

Der Ort, an dem sie feierlich erhoben wurde, könnte nicht besser passen. Der Bergsteig ist seit vielen Jahren das Zentrum der Katholischen Polnischen Mission in der nördlichen Oberpfalz. Ihrem Leiter, Pfarrer Maciej Kolanowski, ist es gelungen, mit Hilfe seiner polnischen Heimatdiözese Thorn die Reliquie zu bekommen.

Haare von klugem Kopf


Es handelt sich um einige Haare vom Kopf von Karol Wojtyla, der von Mitte Oktober 1978 bis zu seinem Tod Anfang April 2005 auf dem Stuhle Petri saß. Kolanowskis Bistum hat Kontakt zum römischen Postulator für das Heiligsprechungsverfahren von Johannes Paul II., Monsignore Slawomir Oder, der die Reliquie gerne für die Stadtpfarrkirche Hl. Familie und die Kuratiekirche der Polnischen Mission zur Verfügung stellte.

Klar, dass bei so viel Beteiligung der Diözese Thorn zur Erhebungsfeier auch ihr Bischof Andrzej Suski nach Amberg kam. Er zelebrierte mit Regionaldekan Ludwig Gradl als Vertreter des Regensburger Oberhirten Dr. Rudolf Voderholzer, Kolanowski und weiteren Geistlichen die sogenannte Translationsmesse. Und zwar in polnischer und deutscher Sprache, nachdem auch viele polnischstämmige Gläubige vom Bergsteig und aus anderen Teilen ihrer Katholischen Mission daran teilnahmen.

Begeisterung am Bergsteig


Bei ihnen, aber auch bei vielen weiteren Angehörigen der Pfarrei Hl. Familie und Dreifaltigkeit, wozu die Bergsteig-Gemeinde mittlerweile zählt, ist die Begeisterung über die Reliquie groß, wie Pfarrgemeinderatssprecher Carsten-Armin Jakimowicz bestätigte. Am Bischof lag es dann, den Hintergrund für diese Freude in Worte zu fassen. Andrzej Suski bezeichnete Johannes Paul II. als "Freund im Himmel und Fürsprecher bei Gott". Für die Polen sei der gut neun Jahre nach seinem Tod Heiliggesprochene "ein großer Landsmann" gewesen, für die Deutschen "ein zuverlässiger Freund".

Vorbild an Barmherzigkeit


Mehr noch zeichnete sich der einstige Papst durch seine stets geübte Barmherzigkeit "bei vielen Gelegenheiten an allen möglichen Orten in der Welt" aus. "Er traf sich mit Kranken, Armen, Waisen, Strafgefangenen, Obdachlosen", skizzierte Suski, "er besuchte Krankenhäuser, Hospize, Flüchtlingszentren und Slums". Bezugnehmend aufs Evangelium vom guten Samariter betonte der Bischof, dass Amberg mit der Reliquie des Heiligen "sein Zeugnis und seine Lehre über die Barmherzigkeit empfängt, die der sicherste Weg zum Himmel ist". (Angemerkt/Hintergrund)
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