Aniela Lesny einst deportiert
Zum 90. gratuliert auch ein Ururenkel

Aniela Lesny kam nach dem Krieg nach Amberg. Genauer gesagt, auf den Bergsteig, wo sie noch heute wohnt und wo ihr Bürgermeister Martin Preuß am Montag zum 90. Geburtstag gratulierte. Bild: gf
In den Kriegswirren wurde Aniela Lesny , die am Montag ihren 90. Geburtstag feierte, aus der Ukraine nach Deutschland deportiert. Nach Kriegsende verschlug es die Jubilarin nach Oberbayern, seit 1950 lebt sie in Amberg.

Am 1. Februar 1926 kam Aniela Lesny in Hrebionak, etwa 100 Kilometer östlich von Kiew, zur Welt. Als die Wehrmacht einmarschierte, musste die junge Aniela ihre Heimat verlassen und als 16-Jährige in einem Rüstungsbetrieb bei Kassel arbeiten. In den Kriegsjahren lernte sie den landwirtschaftlichen Arbeiter Theodor Lesny kennen, den sie 1949 in Mittenwald heiratete.

Vier Kinder kamen zur Welt, ein Sohn starb früh, als er von einem Lkw überfahren wurde. 1950 siedelten die Eheleute Lesny mit drei Kindern nach Amberg um, wurden für ein Jahr in der Leopoldkaserne einquartiert, bevor sie eine Mietwohnung am Claudiweg erhielten.

Im Lauf der Jahre kamen zehn Enkelkinder zur Welt, später sieben Urenkel und als vorläufig letzter Familienzuwachs ein Ururenkel. Die Jubilarin war als Saisonarbeiterin in einer Nürnberger Lebkuchenfabrik beschäftigt, zog aber während des restlichen Jahres mit dem "Dicken Ollert" von einem Volksfest zum anderen. Ihre Leidenschaft war der Schrebergarten, den sie hegte und pflegte und aus dem sie sich und ihre Kinder lange vor der Bio-Zeit mit natürlichen Produkten versorgte.

1980 verstarb Theodor Lesny im Alter von 60 Jahren und seither lebt die Jubilarin alleine, wird aber von ihren Angehörigen betreut. Bürgermeister Martin Preuß gratulierte, übermittelte die Glückwünsche des Oberbürgermeisters und überreichte eine warme Kuscheldecke.
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