Argonnen-Projekt stellt sich dem Volksbund-Bezirksvorstand vor
Diese Brücke trägt

Amberg in der Oberpfalz
03.03.2016
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Daniel Hagn war etwas unsicher, als er die erste Begegnung zwischen Amberger Berufsschülern und Mitgliedern eines französischen Geschichtsvereins organisierte. Würden die Franzosen den jungen Deutschen mit Skepsis begegnen?

Genau das Gegenteil war der Fall. "Wir wollen, dass ihr hier mitarbeitet", bekamen die Gäste aus Bayern sofort zu hören. Hagn erzählte das am Montag in der Bezirksvorstandssitzung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, als er das von ihm initiierte Argonnen-Projekt des Beruflichen Schulzentrums vorstellte.

Dabei besuchen Klassen des BSZ seit 2010 jedes Jahr die nordfranzösische Argonnen-Region, um dort zusammen mit Einheimischen ein Frontlager aus dem Ersten Weltkrieg zu restaurieren. Damit erschließe man sich die europäische Geschichte auf eine unmittelbare Weise, betonte Hagn. Das fördere in ungeahnter Art soziale, personale und fachliche Kompetenzen der teilnehmenden Schüler, auch derjenigen ohne Ausbildungsverhältnis.

"Man spricht immer nur von Verdun, aber mehr Opfer gab es in den Argonnen", machte der Oberstudienrat deutlich, wie heftig in dieser Region vor 100 Jahren gekämpft wurde. Die Spuren des Krieges klafften dort heute noch in der Landschaft. Sehr bewegt habe ihn persönlich, wie die Franzosen mit einer Zeremonie auf einem deutschen Soldatenfriedhof Brücken zwischen den Nationen geschlagen hätten.

"Man hat nie das Gefühl, dass irgendwo Skepsis herrscht", ergänzte Niels John, der zusammen mit Hagn das Projekt organisiert, zur Offenheit der Gastgeber gegenüber den Amberger Schülern. Im vergangenen Jahr sei man beim Landeswettbewerb "Erinnerungszeichen" mit dem Sonderpreis für gelebte Völkerverständigung ausgezeichnet worden.

Volksbund-Bezirksvorsitzender Dr. Wolfgang unterstrich, dass sich auch bei der Arbeit des Volksbundes im Ausland immer wieder zeige, wie sehr man dort die deutschen Bemühungen um die eigene Geschichte wertschätze. In vielen osteuropäischen Staaten etwa würde die Bergung deutscher Gefallener häufig mit militärischem Zeremoniell begleitet.
Wir wissen, dass die Arbeit des Volksbundes im Ausland sehr geschätzt wird.Dr. Wolfgang Kunert
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