Artenschutzmaßnahmen in Amberg
Ein Stück Natur in die Stadt holen

Städtisches Grün kommt nicht nur den Bürgern zugute, meint der Bund Naturschutz. Auch eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren siedeln sich nämlich in Parks und Gärten an - auch in Amberg.

In Parks und Gärten, aber auch auf Balkonen und unter Dachvorsprüngen, in Kirchtürmen und öffentlichen Gebäuden fänden sie ein vielfältiges Futterangebot. Anlässlich eines Projektes des Landkreises Tübingen für mehr Artenschutz in der Stadt erkundigte sich der Bund Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde in Amberg, wie es um Artenschutzmaßnahmen in der Stadt bestellt ist.

Diplom-Ingenieur Florian Haas, der sich von Berufs wegen um den städtischen Naturschutz kümmert, führte interessierte Naturschützer zu einigen Orten, wo es gelungen ist, wieder mehr Natur in die Stadt zu bringen. Erste Station war der ehemalige Hochwasserspeicher der Gemeinde Kümmersbruck im Ortsteil Krumbach. Die Anlage, die seit Jahren außer Betrieb ist, hatte Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl der Stadt Amberg zu anderweitiger Nutzung angeboten. Haas sprach von einer Chance, "etwas für den Artenschutz zu tun".

Möbliertes Quartier


Unter fachlichen Leitung von Thilo Wiesent und Rudi Leitl, den Fledermausexperten des Landkreises, wurde das Gebäude zu einem Winterquartier für Fledermäuse umfunktioniert. "Der Ort ist ideal, weil durch Sickerwasser aus der Drainage der Boden immer etwas feucht ist, und weil in dem ständig verschlossenen Gebäude eine gleichmäßige Temperatur herrscht", erklärte Wiesent. Er hatte das Fledermausquartier hergerichtet, außen Schlupfkästen angebracht, Einflugstellen geschaffen und im Inneren durch aufgeschichtete Hohlblocksteine und von der Decke herabhängende Bretter Möglichkeiten zum "Aufhängen" angebracht. "Jetzt sind wir auf den nächsten Winter gespannt, ob wir die Fledermauswohnung so eingerichtet haben, dass die Tiere unser Quartier annehmen."


An der Grundschule in Raigering befinden sich alte Obstbäume, die zum Teil schon abgestorben sind. In diesem naturbelassenen Bereich hat Haas, wiederum mit Hilfe von Wiesent, eine Reihe von Nistkästen für Mehlschwalben und Mauersegler angebracht. Einige davon seien schon bezogen worden. Überhaupt wurde laut Haas, "sehr viel an Nisthilfen für Vögel getan". Für Wasseramseln und Gebirgsstelzen hat er Kästen an Krumbach und Vils angebracht, dazu etliche Wiedehopf- und Steinkauzkästen im Landschaftsschutzgebiet Ammerbachtal, weitere Mauersegler-, Dohlen- und Turmfalkenkästen an mehreren Schulen, wo man auch Bruterfolge nachweisen könne. "Mauersegler kann man mit Lockrufen dazu bringen, ein künstliches Quartier anzunehmen, bei Fledermäusen klappt das leider nicht", antwortete Haas auf eine Frage.

Kröten, Molche, Libellen


Die dritte Station war ein als Ausgleichsfläche ausgewiesener künstlich angelegter Weiher bei Atzlricht. Mit dem Team Grün des Bauamtes wurde ein Biotop geschaffen, in dem die Knoblauchskröte vorkommt, aber auch der Kammmolch und seltene Libellenarten. Wie zufällig platzierte Wurzelstrünke und locker aufgeschichtete Steinhaufen sorgen zusätzlich dafür, dass sich wärmeliebende Tiere wie Zauneidechse oder Ringelnatter hier wohlfühlen. BN-Vorsitzender Hans-Jürgen Bumes sagte zu Haas und Wiesent: "Sie haben uns gezeigt, dass auch in der Stadt der Natur ein kleines Stück zurückgegeben werden kann."
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