Aus Kino wird Restaurant
Drama mit Happy End

So sieht es im Innern des Park-Theaters aus: Der Saal kommt laut Architekt Georg Zunner nahe an das Original. Bild: Hartl

Ambergs Kino-Landschaft hat sich komplett verändert. Während das Geschäft im neuen Cineplex brummt, eröffnet im Park-Theater in zwei Wochen ein italienisches Restaurant. Eine Bilanz zwischen Popcorn und Pizza.

Architekt Georg Zunner hatte eine Botschaft für alle, die noch ein bisschen traurig darüber sind, dass die Ära des Park-Kinos an der Franziskanergasse zu Ende gegangen ist. "Wer demnächst dieses Gebäude betritt, wird seinen Wehmut vergessen", ist er überzeugt. Demnächst, damit meint er am Freitag, 2. September. Zu diesem Termin will die Restaurantkette "L' Osteria" ihre neue Filiale in Amberg eröffnen.

Für den CSU-Ortsverband Stadtmitte gab es am Mittwochabend einen exklusiven Blick ins Innere des Gebäudes, in dem die Handwerker derzeit auch noch tätig sind, wenn es dämmert. Ortsvereinsvorsitzender Thomas Bärthlein und der Chef der Stadtratsfraktion, Dieter Mußemann, zeigten sich denn auch begeistert von dem, was sie sahen. Einen Saal, in dem hochwertigste Materialien verbaut wurden - vom Parkettboden aus Eichenholz bis hin zu den schwarzen Relieffliesen, die aus Spanien stammen. "Was wir gemacht haben, kommt dem Ursprungszustand ziemlich nahe", erklärte der Architekt. Das 1938 erbaute Park-Theater war ursprünglich ein Lichtspielhaus mit eigener Bühne. Genau das soll sich in der neuen Gestaltung widerspiegeln. Dort, wo früher der Vorhang auf- und zugezogen wurde, befindet sich jetzt die Küche, die zum Gastraum hin offen ist. "Das passt natürlich hervorragend zur Philosophie der Osteria", sagte Zunner. "Die Gäste sollen miterleben, was in der Küche vor sich geht."

Sechs Monate Bauzeit


Die Verwandlung des Park-Theaters vom Kino in ein Restaurant vollzog sich in Rekordzeit. Erst Ende November vergangenen Jahres hatte der Stadtrat die neue Nutzung beschlossen, Mitte März begannen die Bauarbeiten. "Hier ist in sehr kurzer Zeit sehr viel Geld in die Hand genommen worden", erklärte Zunner, der die Investitionskosten auf rund zwei Millionen Euro bezifferte. Das Geld sei in der Region geblieben. Sämtliche Arbeiten hätten Handwerker aus Amberg und Umgebung ausgeführt.

Die Brandschutzabnahme ist bereits erfolgt. Nächste Woche prüfen Experten die Vorkehrungen zum Schallschutz. Parallel dazu laufen die letzten Arbeiten an der Inneneinrichtung. Auf die Eröffnung freut sich auch Oberbürgermeister Michael Cerny: "Ich bin überzeugt davon, dass dieses Projekt zusätzlich Leute in die Altstadt lockt."

Mehr Besucher als erwartet im CineplexVon Kino zu Kino: Teil zwei der CSU-Sommertour führte am Mittwochabend in das Cineplex am Kreisverkehr beim Nabburger Tor. Theaterleiter Stephan Götz zog dort Bilanz über das erste Betriebsjahr. In den ersten 365 Tagen seit der Eröffnung am 6. März 2015 seien mehr als 267 000 Besucher in das Multiplex-Kino gekommen. "Das ist deutlich mehr, als wir erwartet hatten", sagte Götz. Das Unternehmen sei von 220 000 Gästen ausgegangen.

Das zehn Millionen Euro teure Cineplex, das im vergangenen Jahr nach etwa einjähriger Bauzeit eröffnet hat, verfügt über acht Säle und 1020 Sitzplätze. Bei einem Kino dieser Größenordnung markiere eine durchschnittliche Sitzplatz-Auslastung von 21 bis 22 Prozent die Schwelle zur Rentabilität. In Amberg liege dieser Wert derzeit bei 30 Prozent. "Das ist eine gute Kennzahl", erläuterte Götz. "Wir sehen das auch an den Umsätzen an den Theken. Hier verdienen wir unser Geld."

Eine Kundenbefragung habe ergeben, dass mehr als die Hälfte der Besucher nicht aus Amberg kommt. "Wir haben ein weites Einzugsgebiet, das durchaus bis nach Burglengenfeld oder Hersbruck reicht." Der erfolgreichste Film des vergangenen Jahres sei "Fack ju Göthe" mit mehr als 15 000 Besuchern gewesen, gefolgt von "James Bond 007 - Spectre" mit etwa 13 600. Zu den Live-Übertragungen von Opern kämen mittlerweile Stammgäste aus Nürnberg. Aktuell beschäftigt das Cineplex 49 Mitarbeiter. (upl)
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