Autor Bernard Jakoby möchte den Menschen die Angst vor dem Sterben nehmen
Die Frage nach dem Tod

Bernard Jakoby berichtete über Studien, die sich mit Nahtod-Erlebnissen beschäftigen. Bild: wpt

Von dem Phänomen der Nahtoderfahrung hat jeder schon einmal gehört. Mittlerweile sind an die 60 Millionen solcher Ereignisse dokumentiert worden. Dabei stellt sich die schon so häufig formulierte Frage: Was kommt, nachdem ich einmal nicht mehr hier bin? Präziser: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Literaturwissenschaftler Bernard Jakoby versucht für diese Fragen eine Antwort zu finden. Im ausverkauften Konzertsaal des Musikomm hielt er einen Vortrag über seine bereits erlangten Erkenntnisse. "In den vergangenen zehn Jahren wurden so viele Nahtodstudien wie noch niemals zuvor veröffentlicht. Dabei konnte in einigen festgestellt werden, dass das Bewusstsein des Menschen unabhängig vom Körper existieren kann", begann der 59-Jährige und ergänzte: "Ich bin davon überzeugt, dass es sich bei den Eindrücken Sterbender um bewusste Wahrnehmungen handelt." Seine Erkenntnisse begründete er auf einer von dem britischen Kardiologen Sam Parnia initiierten Studie. Dabei wurden wiederbelebte Patienten zu ihren Nahtoderfahrungen befragt. "Das Erstaunliche am Sterbeprozess ist, dass das Bewusstsein des Patienten, trotz schlechter äußerlicher Verfassung, stark erweitert ist. Leider können das die Angehörigen oftmals nicht erkennen", beschrieb Bernard Jakoby.

Es sei wichtig, dass Angehörige dem Sterbenden gegenüber in diesem Moment ein liebevolles Mitgefühl aufbringen, aber keinesfalls mitleidig wirken. "Sollten noch irgendwelche Probleme im Raum stehen, dann wäre dies die Gelegenheit, sie aus der Welt zu schaffen. Gefühle wie Groll und Hass können lange über den Tod hinaus bestehen." Angehörige müssten sich ihrer Aufgabe bewusst sein und sollten die Situation des Sterbenden nicht beschönigen. "Man sollte den bevorstehenden Tod eines geliebten Menschen am besten anerkennen, um ihm das Gehen leichter zu machen", sagte der Autor.

Ein Phänomen finde sich in den sogenannten Sterbebettvisionen. "Die Patienten sehen auf einmal lange verstorbene Personen in der Ferne. Damit verbunden ist häufig das Ausstrecken der Arme und das scheinbare Greifen nach etwas, das die Sterbenden nun in erreichbarer Nähe vermuten." Ist es erst einmal so weit, dann sei es wichtig, dem Kranken folgende Worte mitzuteilen: "Du darfst jetzt gehen."

Jakoby: "Damit erleichtert man das Loslassen, und die Seele kann den Körper einfacher verlassen." Der Literaturwissenschaftler zeigte sich fest davon überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. "Mir ist es wichtig, den Menschen die Furcht vor der Auseinandersetzung mit dem Tod zu nehmen", sagte er seinen Zuhörern.
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