Baumpflegearbeiten an der Kräuterwiese
Kranke Bäume müssen fallen

Dieser Baum hat sich verkeilt. Mit einem großen Greifer und der Erfahrung der Spezialisten wird er stückweise zerlegt und herausgezogen. Entlang der Sulzbacher Straße ist das keine leichte Aufgabe. Doch brauchte die Kräuterwiese am Donnerstag mal wieder eine gründliche Baumpflege. Bild: Steinbacher

Mit einem lauten Krachen stürzt die Esche auf den verschneiten Boden. Abgebrochene Äste fliegen nach allen Seiten davon. Totholz, das vielleicht schon bald einmal einem harmlosen Spaziergänger auf den Kopf gefallen wäre.

Ein einsamer Vogel sitzt in der Baumkrone und zetert, weil er in seiner Winterruhe gestört wird. Bernhard Frank, Leiter des Sachgebiets Grün im städtischen Baureferat, stapft durch den frisch gefallenen Schnee und erklärt, warum die Baumfällarbeiten auf der Kräuterwiese gerade jetzt ausgeführt werden müssen - damit die Brutzeit der Vögel davon nicht berührt wird. Für die Autofahrer bedeutete das am Donnerstag theoretisch eine Komplettsperrung der Sulzbacher Straße zwischen Oberstdorfer Brücke und Hollergasse über mehrere Stunden hinweg. "Da ist es ganz gut, dass derzeit keine Schule ist", sagt Frank. Viele Autofahrer hielten sich ohnehin nicht an das Verbot und fuhren einfach durch. "Drüben in der Bayreuther Straße ist der Stau inzwischen ganz schön lang", zeigt Bernhard Frank Verständnis für die Amberger.

Dann frisst sich auch schon das Kreischen der Motorsäge durch die Stille, mit der ein Arbeiter der Firma Kick aus Holzhammer bei Schnaittenbach den Bäumen entlang der Sulzbacher Straße an den Stamm geht. Das kleine Gehölz, in dem Birke, Esche, Robinie oder Ahorn seit gut 50 Jahren nahezu ungehindert wuchern, braucht dringend eine ordentliche Pflege, wie Bernhard Frank erklärt. "Der Baum hier zum Beispiel steht einfach zu schief. Er könnte schon beim nächsten Sturm umfallen." Dann wäre die Stadt Amberg allerdings in der Haftung.

Kein Urwald


Wir lernen: Die Kräuterwiese ist kein Urwald, die Bäume können hier nicht wild und unkontrolliert wuchern, nach Belieben umstürzen und verrotten. Denn herunterfallende Äste, umstürzende Bäume - all das will der Bürger in seinem Naherholungsgebiet direkt an der Vils natürlich nicht haben. Notwendig sind die Baumfällarbeiten aber auch geworden, damit sich der vorhandene Bestand, dem es inzwischen viel zu eng geworden ist, wieder auf natürliche Weise regenerieren kann.

Bernhard Frank zeigt auf eine hochgewachsene Birke, die mit einem neonfarbenen Kreuz gekennzeichnet ist. Das bedeutet, sie muss weg. "Auf der einen Seite ist ein großer Ast abgebrochen, der andere könnte jeden Augenblick ebenfalls abfallen", so erläutert er und deutet auf die großen Löcher im Stamm. "Das wäre zwar gut für die Spechte, für die Spaziergänger aber zu gefährlich." Hier musste der Spezialist abwägen zwischen Ökologie und Sicherheit - und die geht in diesem Bereich immer vor. "Außerdem findet der Specht hier ausreichend andere Bäume", beruhigt Frank.

Später Abtransport


Wieder kreischt die Säge, wieder fällt ein Baum. Er verkeilt sich etwas unglücklich und muss Stück für Stück zerlegt und mit einem großen Greifer herausgeholt werden. Wichtig ist es heute, die Fällungen erfolgreich abzuschließen, zerlegt und abtransportiert wird in der kommenden Woche - ohne Straßensperrung.
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