Bei Feuerwehr-Hauptversammlung nimmt man die Ortsnamen-Diskussion mit Humor
Löschzug für Kleinraigering

Raigering. Der Löschzug Kleinraigering war zwar nicht anwesend. Dafür vertrat eine starke Abordnung die Jugend auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Raigering. "Sie sichern den Fortbestand der Ortsteilwehr", betonten die Grußwortredner. Die Welt bei den Raigeringer Feuerwehrkameraden scheint somit in Ordnung. Zweites Signal dafür: Die Versammlung endete bereits nach einer Dreiviertelstunde.

"Nur durch die Unterstützung aller Feuerwehrmitglieder ist es möglich, einen Verein zu führen und mit Leben zu füllen", lobte Vorsitzender Werner Rubenbauer das Miteinander in der Stadtteilwehr. In seinem Bericht blickte er auf die Vereinsaktivitäten zurück. Die Mitglieder unternahmen etwa eine Nachtwanderung, feierten ein zünftiges Bockbierfest, besuchten das Wachfest in Amberg, unterstützten den Kindergarten bei der Einweihungsfeier, veranstalteten das traditionelle Gartenfest an Fronleichnam und hielten einen Kameradschaftsabend ab. Natürlich beteiligten sich die Raigeringer auch an Veranstaltungen der örtlichen Vereine und gingen beim Festzug der Feuerwehr Haselmühl mit.

Die Feuerwehr Raigering zählt 175 Mitglieder. Davon gehören 31 zur aktiven Truppe. Kommandant Thomas Penzkofer gab einen Überblick über den Personalstand, zu den Fahrzeugen und der Ausrüstung sowie zur Ausbildung. Bei den Einsätzen steuerte die Raigeringer Wehr auf einen neuen Rekord zu. Insgesamt wurden 35 Alarmierungen "beantwortet", davon 13 technische Hilfeleistungen, fünf Absperrdienste sowie 17 Brand- und Meldealarme, darunter der Großbrand in Lintach.

Mit einem Augenzwinkern begrüßte OB Michael Cerny besonders den Löschzug Kleinraigering und spielte damit auf die Diskussion über die mittlerweile abgelehnte Streichung des Ortsteilnamens an. Der oberste Dienstherr lobte besonders die Jugendarbeit bei der Raigeringer Wehr. "Wir brauchen die jungen Leute, damit die Feuerwehr als Gruppierung erhalten bleibt." Denn sie sei nicht nur von existenzieller Bedeutung für die Bevölkerung, sondern trage auch als Verein zur Lebendigkeit eines Ortsteils bei. Somit ist es für Cerny nicht verwunderlich, dass bei einer Umfrage zum Vertrauen in Berufsgruppen die Feuerwehr mit 96 Prozent einsam an der Spitze rangiert.

Stadtbrandrat Bernhard Strobl vermeldete einen neuen Rekord: 697 Einsätze. Das bedeutete auch eine enorme Mehrbelastung. Vor allem die Notfalltüröffnungen sind mit 110 Fällen rasant angestiegen. Die demografische Entwicklung schlägt mittlerweile auch bei der Feuerwehr durch, stellte Strobl fest. Daher bat er darum, kräftig die Werbetrommel im Bekanntenkreis zu rühren. "Das Alter ist kein Hinderungsgrund. Wieder- und Quereinsteiger sind ebenfalls willkommen." Strobl informierte zudem über geplante Neuanschaffungen für den Fuhrpark und die Umstellung auf Digitalfunk, die sich auf der Zielgeraden befindet.
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