Bei Luther-Musical in Schwabach
Kurfürstliche Schlosswache spielt mit dem Feuer

500 Jahre Reformation im nächsten Jahr - klar, dass Martin Luther jetzt schon ins Blickfeld rückt. In Schwabach wird ihm ein Musical gewidmet. Mit von der Partie ist die kurfürstliche Schlosswache - und die kam zu ihrem Auftritt wie die Jungfrau zum Kind.

Nur noch ein Tag bis zur ersten Aufführung, doch Gabriele und Gerd Wennicke sind völlig entspannt. Seit einer Woche fährt täglich eine Gruppe der kurfürstlichen Schlosswache ins mittelfränkische Schwabach, um für drei große Auftritte (morgen sowie am Wochenende) zu proben. Denn sieben junge Leute aus Amberg unterlegen zwei der drei Akte des Musicals "Martin L." mit Feuershow-Einlagen.

Gabriele Wennicke erzählt, wie es dazu kam. Ein junges Mädchen, das bei der kurfürstlichen Schlosswache aktiv ist, lernte einen jungen Mann kennen, der im Theatrum-Mundi-Ensemble ist. Diese Gruppe führt ein Musical auf, in dessen Mittelpunkt der große Reformator Martin Luther steht. Und der Laiendarsteller, der schon am Lagerleben der kurfürstlichen Schlosswache teilnahm und auch die Feuershow beim Altstadtfest sah, hatte einen Vorschlag: Die Amberger könnten doch mit Feuer die Geschichte um Martin Luther bereichern. Nach einem Gespräch mit Regisseur Karlheinz Odörfer war klar: Die Schlosswache macht das.

Der erste Akt wird unter freiem Himmel aufgeführt. Während des Markttreibens treten die Amberger als Gaukler auf. Im zweiten Teil des Stücks wechseln die Zuschauer in die Stadtkirche. Im dritten und letzten Akt - inzwischen ist es dunkel, was laut Gabriele Wennicke auch sehr gut zur düsteren Atmosphäre passt - wird wieder draußen gespielt. Kriegswirren, Verbannung, Liebe: Zu all diesen Themen passt auch das Element Feuer sehr gut. "Wir sind schon sehr eingebunden in das Stück", erklärt Gerd Wennicke. Seine Frau nickt und lacht. "Teilweise müssen sich die Leute schon ganz schön beeilen mit dem Klamottenwechsel."

Sieben Akteure der kurfürstlichen Schlosswache machen die flammenden Einlagen, andere arbeiten im Hintergrund mit: "Zum Beispiel das Feuer löschen oder wieder neu tränken." Die Musical-Darsteller proben bereits viel länger, am Wochenende stießen die Amberger dazu. Sie fühlen sich wohl im Theatrum-Mundi-Ensemble. "Alle haben uns sehr herzlich aufgenommen", sagt die Ambergerin. "Es ist ein sehr nettes Miteinander." In den vergangenen Tagen standen allabendlich Proben an, jeweils von 18 bis 22.30 Uhr. Hinzu kommen noch zwei Stunden, die die Oberpfälzer für An- und Heimfahrt benötigen.

Von Lampenfieber ist kurz vor der Premiere bei den Ambergern nichts zu spüren, dafür aber viel Vorfreude auf die Aufführungen. Gespannt sind sie, wie das Musical "Martin L." beim Publikum ankommen wird - und natürlich auch ihr Spiel mit dem Feuer.

Das MusicalDas Theatrum-Mundi-Ensemble führt morgen, 24. Juni, sowie am Wochenende, 25. und 26. Juni, das Luther-Musical "Martin L." in Schwabach auf. Gespielt wird vor und in der Stadtkirche. Mit Feuershows unterlegen Mitglieder der kurfürstlichen Schlosswache zu Amberg zwei der drei Akte. Das Stück rückt "Martin L." in den Mittelpunkt, einen lebenslustigen und verliebten Studenten, der sich im Laufe der Handlung zum "Showstopper der Weltgeschichte" mausert. Als er Naturgewalten erlebt, entscheidet er sich für den Eintritt ins Kloster. Oder ist's gar eine unglückliche Liebe, die ihn zu diesem Schritt bewegt? Aus tiefer Überzeugung erklärt er der Weltmacht Kirche den Krieg und wird selbst zum Spielball der Politik. Auf dem Weg zum Kaiser nach Worms begeistert er die Massen. Nun ist er Störenfried und Retter in einem. Trotz Zerrissenheit und Zweifel bleibt er sich treu: "Hier stehe ich und kann nicht anders!" (san)


Alle haben uns sehr herzlich aufgenommen. Es ist ein nettes Miteinander.Gabriele Wennicke
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