Bei Telekom-Kunden fallen Telefon und Internet aus
Wenn das Netz tot ist

Symbolbild: dpa
 
"Ich empfehle deshalb jedem, sich genau zu notieren, was wann ausfällt." Zitat: Marion Gaksch, Verbraucherzentrale Amberg

So mancher Telekom-Kunde kam am Montag mit hervortretender Zornesader in die Arbeit, weil er das halbe Wochenende in der Warteschleife des Unternehmens verbracht hatte, um am Ende zum deutschen EM-Spiel doch vor einem schwarzen Bildschirm zu sitzen.

Denn wer seinen Fernseher mit dem Internet-Angebot der Telekom füttert, braucht das Netz, um Leben im TV-Gerät zu haben. Wobei natürlich auch der Ausfall von Telefon und Internet alleine schon ärgerlich genug ist. Den hatte es bereits am Dienstag in mehreren Bereichen der Stadt gegeben. Die Telekom sprach von einem "Softwarefehler", der am Nachmittag behoben war.

Seit Freitag kam es erneut zu zeitweisen Störungen, die sich am Samstag und Sonntag teilweise über viele Stunden erstreckten, zwischendurch aber auch wieder behoben schienen, bloß um dann wieder aufzutreten.

Kunden, die am Montagmorgen im Telekom-Shop in der Fußgängerzone nachfragten - und das waren nicht wenige -, erfuhren, dass die Großraumstörung ganz Amberg betraf. Als Zeitpunkt, bis zu dem sie behoben sein sollte, wurde ihnen "Dienstag, zwischen 8 und 10 Uhr" genannt.

"Ein Hardware-Problem"


Nach Auskunft von Telekom-Pressesprecher Dirk Wende vom Montagnachmittag wurde die Störung dem Unternehmen am Samstag gemeldet. Seitdem arbeiteten die Techniker an deren Behebung. Betroffen seien im gesamten Stadtgebiet 300 bis 400 Anschlüsse. "Das ist aber keine Frage des Transportweges, also des Netzes, sondern die Ursache ist ein Hardware-Problem in der Betriebsstelle in München", sagte Wende. Dort müsse eine defekte Baugruppe ausgetauscht werden. Das Ersatzteil sei gegen 12.30 Uhr mit dem Kurier von Nürnberg nach München geschickt worden. Gegen 17 Uhr meldete Wende: "Die Leitungen der Kunden sind wieder funktionsfähig."

Die Störung scheint vor allem Privatkunden betroffen zu haben. Bei der Stadt, dem Klinikum, den Stadtwerken oder auch dem Erasmus-Gymnasium hieß es am Montag übereinstimmend: "Bei uns gibt es keine Probleme."

Muss ein Privatkunde, der längere Zeit nicht telefonieren oder ins Internet kann, überhaupt die gesamte Summe zahlen, wenn die monatliche Rechnung der Telekom kommt? "Grundsätzlich muss man nur das zahlen, was auch geleistet wird", sagt dazu Marion Gaksch, die Leiterin der Beratungsstelle Amberg der Verbraucherzentrale Bayern. Im Falle des nicht funktionierenden Telekom-Netzes könne man etwa für jeden ausgefallenen Tag einen prozentualen Abzug geltend machen. Wer also 24 Stunden lang nicht telefonieren, fernsehen oder ins Internet konnte, dürfe ein Dreißigstel der Monatssumme zurückbehalten. Dieses Verfahren könne man sogar für stundenweise Ausfälle anwenden. Das müsse aber gut dokumentiert sein: "Ich empfehle deshalb jedem, sich genau zu notieren, was wann ausfällt."

Geld zurückfordern


Um sein Geld tatsächlich zurückzuerhalten, empfiehlt Marion Gaksch für die Praxis ein Einschreiben an die Zentrale der Telekom. In dem solle man aufgrund der Ausfälle um eine Gutschrift bitten. Vor drastischeren Mitteln rät die Verbraucherschützerin ab: "Ich würde keine Lastschrift zurückziehen, weil ich dann auch wegen der berechtigten Forderungen in Verzug geraten kann."

Sollten die Probleme nicht nur zeitweise auftreten, sondern ständig, ist es laut Marion Gaksch sogar möglich, den Vertrag mit der Telekom nach einer Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung zu beenden. Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit dem streikenden Netz - etwa wenn man einen wichtigen Anruf nicht erhält - könne man aber nicht geltend machen. "Die sind immer ausgeschlossen." (Angemerkt)

Ich empfehle deshalb jedem, sich genau zu notieren, was wann ausfällt.Marion Gaksch, Verbraucherzentrale Amberg
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