Benefizkonzert des Reservistenmusikzugs Oberpfalz
Abgerüstete Militärmusik

Dirigent Christian Ziegler (am Pult) führte die 49 Musiker hervorragend durch eine gut aus gewähltes Konzertprogramm. Bild: mbs

Als Soldaten sind sie Reservisten, als Musiker aber noch lange nicht ausgemustert.

Erst 2013 gegründet, sind die Instrumentalisten in Uniform inzwischen begehrt, zumal ihre Konzerte jeweils Benefizcharakter haben. Das Stadttheater war am Tag der Deutschen Einheit die Bühne, als die 49 Musiker unter dem Leitmotiv "Traditionelles bewahren - Neues wagen" als symphonisches Blasorchester ihr Jahreskonzert gaben.

Der Erlös dieses Auftritts bleibt der Integrationsarbeit des Caritasverbandes Amberg-Sulzbach vorbehalten, wobei den Zuhörern im gut besuchten Stadttheater ein anspruchsvolles und facettenreiches Programm geboten wurde. Die Laienmusiker zeigten, dass sie sich aufgrund ihres Könnens sich jedenfalls nicht hinter Profis verstecken müssen.

Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Christian Ziegler, der früher in einem Heeresmusikcorps spielte und nach seiner Versetzung nach Kümmersbruck in der Region nach Mitstreitern suchte, um einen Reservistenmusikzug zu gründen. Die Instrumentierung kann sich sehen lassen: Das sinfonische Blasorchester kann mit Flöten und Klarinetten, Fagotts und Saxofonen, Trompeten, Flügelhörnern, Hörnern, Baritonen, Tenorhörnern, Posaunen, Tubas und Schlagzeug aufwarten.

Der Geschäftsführer des Orchesters, Peter Habermeier, stellte zu Beginn den Besuchen den Musikzug kurz vor, während sich Caritas-Kreisvorsitzender Dr. Wolfgang Schmalzbauer vorab fü die zu erwartende Spende bedankte. Er merkte an, die zu erwartenden Mittel im Wesentlichen für die Arbeit mit Kindern einzusetzen.

Mit dem berühmtesten Komponisten aus dem benachbarten Tschechien, Antonin Dvorak, und dessen "Slavischen Tanz Nr. 8" ging es gleich flott los, um dann einen "Böhmischen Galopp" von Alfred Bösenecker folgen zu lassen. Wer genau hinhöre, so Ziegler als Dirigent, könne bei dieser Kavalkade die Pferde förmlich hören. Es folgten - liegen die Ursprünge in der Militärmusik - einige Märsche, die allerdings nicht allzu oft zu hören sind.

So etwa das einfühlsame französische Stück "Marche des Soldats de Robert Bruce", das vorwiegend von zwei Piccoloflöten getragen wird. In die Pause wurden die Gäste mit dem eigens für Reservisten von Sebastian Middel komponierten Stück "Marsch der Reservisten" entlassen. Danach zeigte das Orchester, wie reichhaltig in den nur drei Jahren seit der Gründung des Repertoire erweitert werden konnte. Mit "Viribus unitis" von Josef Bach startete das Programm in den zweiten Teil, gefolgt von einer flotten Weise dem "Bugatti step" von Jaroslav Jezek mit einem Solo für vier Klarinetten mit Stefan Nitzek, Thomas Prechtl, Sabine Salzl und Melina Zawrel.

Mit einem Glenn-Miller-Meedley und einigen zeitgenössischen Stücken ging das Konzert kurzweilig seinem Ende entgegen bis zu einem standesgemäßen Schlusspunkt am Tag der Deutschen Einheit mit der Bayern- und deutschen Nationalhymne.
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