Benjamin Hartmann gründet eigenes Label
Mit Mode gegen Rassismus

So sehen sie aus, die Klamotten der Marke Hartmann. Bilder: privat (2)

Irgendwann hat ihn der Alltags-Rassismus genervt. Blöde Sprüche, versteckte Bosheiten oder auch mal sehr direkt und abwertend der Spruch: "Du hast dir ja einen Neger geangelt." Benjamin Hartmann aus Amberg hat darauf reagiert. Auf eine bisher eher unübliche Art und Weise.

-Sulzbach. Was er daraus gemacht hat: Ein Mode-Label, das sich eindeutig gegen Rassismus ausspricht. "Human Blood" heißt es, übersetzt bedeutet das: "Menschliches Blut". Und die klare Botschaft: Human Blood is all one color (Menschliches Blut hat eine einzige Farbe). Kreiert hat das Benjamin Hartmann. Ein Amberger, der heute in Berlin lebt. Und schon an vielen anderen Orten.

Seine Stationen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Nürnberg, Essen, Köln, Malta, wiederum Köln, jetzt Berlin. Die alten Freunde und Kollegen des bald 28-jährigen Betreibers eines Mode-Labels kennen ihn vielleicht noch aus der Disco Magma, in der er mal gearbeitet hat. Benjamin Hartmanns berufliche Stationen sind vielfältig. Er war Party-Veranstalter, arbeitete im Marketing bei namhaften Sportartikelherstellern, in der Betrugs-Abteilung einer renommierten Verkaufsplattform und für TV-Sender. Dort hat er als Kleindarsteller in unterschiedlichen Formaten mitgewirkt.

Alleine entwickelt


Das Mode-Label "Human Blood" hat er allein entwickelt und ins Netz gestellt. Er hat ein Shop-System gestaltet und eingerichtet. Er hat die Lieferanten ausgesucht und er weiß, wie es geht, Bilder professionell zu bearbeiten, um sie in seinem Internet-Shop zu verwenden.

Die Menschen stehen zu ihrer Einstellung gegen Rassismus.Benjamin Hartmann

Wichtig ist ihm die Glaubwürdigkeit. "Die Menschen stehen zu ihrer Einstellung gegen Rassismus", sagt Hartmann. Sie tragen diese Botschaft gerne auf ihrer Kleidung. Und bezahlen auch mehr für faire Produkte, die möglichst mit biologisch einwandfreiem Material und unter ethischen Kriterien gefertigt werden. Diesen Hinweis auf seiner Facebook-Seite hat er gern in die Tat umgesetzt.

Das am meisten nachgefragte Motiv auf den T-Shirts und anderen Kleidungsstücken ist das "Coexist"-Motiv, das den arabischen Halbmond, den Davidsstern und das christliche Kreuz zeigt. Die Botschaft, dass alle zusammen existieren können, dass alle die gleiche Blutfarbe haben, gefällt vielen Kunden. T-Shirts, Pullover und Mützen gibt es im Sortiment.

Auf die Frage nach den Investitionen für das Label, zögert Benjamin Hartmann etwas: "Etwa 3000 Euro." Schon jetzt sind rund 400 Produkte im Internetshop. "Das Ziel ist, ein etabliertes Label zu werden." Der Traum dahinter blitzt auch schon durch: "Die Marke vielleicht mal in Läden platzieren zu können."

Mehr über Benjamin Hartmann im Internet:

www.onetz.de/1177999
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