Bergsteig trauert um Josef Dudala
Ein großes Herz schlägt nicht mehr

Josef Dudala starb am Sonntag im Alter von 70 Jahren. Bild: Hartl

Der Bergsteig trauert um einen seiner bekanntesten und beliebtesten Söhne. Josef Dudala, ehemaliger Stadtteilmanager, Gründungsvater des CSU-Ortsverbandes, Ehrenmitglied des SV Inter und Motor der Interessengemeinschaft Pro Bergsteig, starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 70 Jahren.

Dass die Tage gezählt waren, wusste der am 10. August 1945 im österreichischen Wels geborene Dudala. Eine Laudatio zum 70. Geburtstag lehnte er mit Blick auf seine Krebserkrankung ab: "Du wirst bald was anderes über mich schreiben können." Gemeint war damit auch die Entscheidung, die ihm noch bleibenden Monate nicht in einer Klinik oder Palliativstation, sondern im Kreise seiner Lieben verbringen zu wollen.

Ein Flüchtlingskind


Josef Dudala war im Alter von fünf Jahren als Flüchtlingskind nach Amberg gekommen, wo er am Bergsteig eine neue Heimat fand. Schnell sollte sich herausstellen, dass sich die Familie mit dem Stadtteil, in dem unzählige Leidensgenossen untergebracht worden waren, zu 100 Prozent identifiziert. So war es für den damals 22 Jahre alten Josef Dudala eine Ehrensache, 1967 an der Seite von Pater Karl Küting als Gründungsmitglied den SV Inter mit aus der Taufe zu heben. Während sich Dudala für den Sportverein und die Fußballer sehr engagierte, waren seine eigenen Kicker-Pläne mit viel Pech behaftet. Nach nur einem Jahr als Aktiver brach er sich 1973 ein Bein. Dieses persönliche Unglück wurde für die Menschen am Bergsteig zum Glück: Josef Dudala wurde zunächst Betreuer der dritten Mannschaft und ein Jahr später Teil des Vorstands. Der Startschuss für eine im gesamten Stadtgebiet beispiellose Karriere als Ehrenamtlicher war gegeben. 1975 schenkten ihm die Mitglieder das Vertrauen und wählten ihn zum ersten Vorsitzenden, der er bis 1990 war. 2002 und 2003 folgten zwei weitere Jahre als Stellvertreter. Von 1998 bis 2002 leitete er zudem den von ihm mit ins Leben gerufenen Inter-Förderverein. Doch Dudalas Engagement war in all den Jahren nicht nur auf den Sportverein allein begrenzt.

Konflikte nie gescheut


In den Protokollen des Orgelbauvereins der Pfarrei Hl. Familie ist er ebenso als Gründungsmitglied zu finden, wie beim CSU-Ortsverband und bei der Interessengemeinschaft Pro Bergsteig. Dudala, der auch im Quartiersbeirat saß und 2002 Ehrenmitglied des SV Inter wurde, erhielt für seine Verdienste um den Sportverein vom Bayerischen Fußballverband und dem Landessportverband jeweils die silberne Verdienstmedaille. Als das Stadtteilbüro am Bergsteig am 1. Juni 2000 seine Türen öffnete, hatten die Verantwortlichen mit dem gelernten Glastechniker genau den Mann gefunden, der das Anforderungsprofil komplett erfüllte. Im Viertel kannte er jeden. Und jeder kannte ihn. Und vertraute ihm.

Bis zum Ende seines Arbeitslebens im Dezember 2004 war Dudala nicht nur während der Bürozeiten für die Bergsteig-Bewohner da, sondern rund um die Uhr. Egal, ob sonntags am Fußballplatz oder unter der Woche abends in seinem Garten: Der ehemalige Rosenthal-Arbeiter hatte immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen. In den vielen Jahren war Dudala stets einer, der mit aller Konsequenz für den Bergsteig gekämpft hat. Dass er sich dabei nicht immer Freunde machte, brachte ihn nicht aus dem Konzept. Ganz im Gegenteil: Wenn er für den Stadtteil etwas Positives erreichen konnte, scheute er die Konfrontation nie.

Der Jussek, wie er im Viertel liebevoll genannt wurde, machte dabei auch vor großen Namen nicht Halt. Das mussten die Verantwortlichen im Rathaus und bei der für die Sanierung des Bergsteigs zuständigen Stadtbau wiederholt erfahren. Familie, Freunde und Wegbegleiter nehmen am Montag, 9. Februar, um 14 Uhr in der Pfarrkirche Hl. Familie Abschied von Josef Dudala, der seine Frau Krystyna und Tochter Gabi mit ihrer Familie hinterlässt. Beisetzung ist auf dem Katharinenfriedhof.
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