Betrüger muss acht Monate absitzen
Knast statt große Karriere

Der Mann ist, wenn man so will, Botschafter der leichten Muse und hofft auf die große Karriere. Doch bevor sie beginnen kann, wird ein längerer Aufenthalt hinter Gittern dem Streben nach Ruhm und Reichtum ein wenig hinderlich sein.

(hwo) Internetbetrüger zählen nahezu wöchentlich zur "Kundschaft" des Amtsgerichts. Diesmal allerdings kam einer, der gleich zu Beginn durch seinen Anwalt der Richterin Julia Taubmann einen Kontrakt überreichen ließ und sich als Musiker zu erkennen gab. Die Vorsitzende vernahm staunend, dass die Veröffentlichung einer CD bevorstehe, es demnächst sogar ein Konzert in Regensburg gebe. "Die wollten mich dort", ließ der 39-Jährige vernehmen und fügte hinzu, sein auf den Markt kommendes Album werde wohl in 12 000 Onlineshops zu haben sein.

"Fame and Fortune", sang Elvis Presley einst. "Ruhm und Glück". Beides könnte für den Amberger zumindest für die kommende Zeit außer Reichweite geraten. Denn der 39-Jährige, der auch einen Künstlernamen hat, betrügt gerne andere. Teils aus "psychopathologischem Kaufzwang", wie ein Gutachter äußerte, und teils, weil bei ihm oft Ebbe im Portemonnaie herrscht.

Die Karriere war von daher eher Nebensache im Prozess. Es ging um profane Vorgänge wie den Internet-Verkauf zweier bei dem Mann nie vorhandener Computerzubehörteile und einen Scheckkartenbetrug. Der Schaden machte genau 486,55 Euro aus. "Ich räume das ein", sagte er und musste von der Richterin hören: "Wir kennen uns ja schon." Wenn eine solche Bemerkung fällt, bedeutet dies meist Ungemach. Kam hinzu, dass der Amberger im Herbst 2015 in Nürnberg mit einer ungedeckten Scheckkarte bezahlte. Das hob die Gunst der Vorsitzenden keineswegs.

Der große Auftritt muss leider für eine Weile verschoben werden. Für die Betrügereien gab es acht Monate zum Absitzen. Außerdem waren noch Bewährungsstrafen offen. Die dürften nun zu einem Zusatz-Gastspiel im Knast führen. Doch auch dort kehrt bisweilen die Muse ein. Besonders, wenn der Gefangenenchor seine Talente zum Besten gibt. Gewiss ist: Wenn irgendwann sich seine Taschen mit Geld füllen, will der 39-Jährige alle Verbindlichkeiten sofort regeln. Kann aber auch sein, dass dies bis zum Nimmerleinstag verschoben werden muss.
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