Beute im Wert von fast 220 000 Euro
Blühender Handel mit Diebesgut

Als tschechische und deutsche Fahnder ein Sägewerk nahe der tschechischen Kleinstadt Stod durchsuchten, stießen sie auf zahlreiche Fahrzeuge und Geräte im Wert von 220 000 Euro. Sie stammten aus einer Serie von Diebstählen, die entlang der Grenze verübt wurden.

Das Gespann tuckerte weit nach Mitternacht in Richtung Schönsee (Kreis Schwandorf). Von einem Zeugen alarmierte Polizisten stoppten es. Sie stellten fest: Der von einem Unimog gezogene Anhänger war gestohlen. Daraufhin wurden die beiden Insassen, beide aus Tschechien stammend und bei Stadlern-Schwarzach über die Grenze gelangt, in Arrestzellen gebracht. Der Beifahrer (22) kam bald darauf wieder frei, der das Fahrzeug steuernde 40-Jährige aus dem tschechischen 96-Einwohner-Dorf Lisov sitzt nun vor der Ersten Strafkammer des Amberger Landgerichts.

Der Mann schweigt. Er sagt nichts zu den Vorwürfen, die ihm der Amberger Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier macht. Die Anklageschrift umfasst 17 Einbrüche und Diebstähle mit einem Beutewert von nahezu 220 000 Euro. Der 40-Jährige soll zwischen 2012 und 2015 nachts von seinem Sägewerk in Lisov aus aufgebrochen sein, um entlang der Grenze auf deutscher Seite wertvolle Beute zu machen. Zumeist in Feldscheunen, aber auch in eingezäunten Grundstücken. Die Liste der Tatorte reicht von Plößberg (Kreis Tirschenreuth) bis in den niederbayerischen Raum Regen. In Schönsee (Kreis Schwandorf) und Waldmünchen (Kreis Cham) soll der Sägewerksbesitzer gewesen sein, auch Gemeinden wie Eslarn und Moosbach (Kreis Neustadt/WN), Neukirchen/Hl. Blut (Kreis Cham), Teunz und Oberviechtach (Kreis Schwandorf) stehen in der Auflistung.

Fahrzeuge ohne Papiere


"In Lisov verkauft einer Fahrzeuge und Geräte ohne Papiere", erfuhr die Amberger Kripo im Verlauf ihrer Ermittlungen. Daraufhin kam es zu einer Durchsuchungsaktion auf dem Gelände des 40-Jährigen. Fahnder der Kripodienststellen Amberg und Domazlice (Taus) blickten dort auf einen stattlichen Fuhrpark: Tandemkipper, Minibagger, Anhänger, Güllefässer und ein Amphibienfahrzeug. Es stammte von der Kläranlage in Geigant (Kreis Cham). Fahrgestellnummern waren entfernt worden, teilweise hatte die Diebesbeute eine Umlackierung erhalten.

Der schwunghafte Handel ist seither gestoppt. "Ich will Heizöl in Schönsee kaufen", hatte der 40-Jährige behauptet, als man ihn im Juni vergangenen Jahres in seinem Unimog anhielt. Nachts um 2.33 Uhr. Auf der Ladefläche des gestohlenen Anhängers befanden sich Werkzeuge, die aus einem geknackten Baucontainer aus Muggenthal stammten. Das war nicht weit vom Festnahmeort entfernt. Der Prozess ist vorläufig auf fünf Tage terminiert.
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