Bewohner der Katharinensiedlung kämpfen mit Unterschriftenlisten für die Renovierung
"Wir wollen unsere Kirche wiederhaben"

Erna Freimuth (links) hatte die Idee, Unterschriften für eine rasche Renovierung der Friedhofskirche St. Katharina zu sammeln. Ihre Tochter Sabine Walter hilft und wird die Liste dem Bischof übergeben. Bild: Steinbacher

Der Artikel in der Amberger Zeitung vom Donnerstag, 7. Juli, gab die Initialzündung: "Wir wollen unsere Kirche endlich wiederhaben", machte Sabine Walter ihrem Ärger Luft - und startete eine Unterschriftenaktion zugunsten von St. Katharina.

Seit vier Jahren würden die Bewohner des Katharinenviertels, das nach der Kirche benannt ist, auf den Beginn der Sanierung warten. Jetzt schauen sie nicht mehr tatenlos zu. Die Mutter von Sabine Walter, Erna Freimuth, hatte die Idee.

Von Tisch zu Tisch


Ihre Tochter setzte sich noch am selben Tag an den Computer und arbeitete die Liste aus. Über 200 Signaturen seien bereits beim Straßenfest der Siedlergemeinschaft gesammelt worden. Auch beim Pfarrfest gingen die Befürworter einer umfassenden Sanierung von St. Katharina von Tisch zu Tisch.

Alle Pfarreien beteiligt


Dekan Markus Brunner (St. Georg) freute sich besonders über die Unterstützung seiner Kollegen. "Alle katholischen Amberger Pfarrer und der Mariahilfberg beteiligen sich an der Unterschriftenaktion - und auch die evangelischen Kirchengemeinden", sagte der Geistliche.

Den evangelischen Amtsbrüdern liege seiner Aussage nach ebenso viel an der Katharinenkirche. "Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass die evangelischen Christen die Beerdigungsgottesdienste in der Friedhofskirche feiern dürfen. Und das wurde auch oft in Anspruch genommen." Die Unterschriftenlisten liegen derzeit und noch bis Sonntag, 31. Juli, in den Amberger Kirchen aus. "Vielleicht auch noch länger, mal schauen", erklärte Sabine Walter. Sie wird die Schriftstücke persönlich nach Regensburg bringen und dem Bischof in die Hand drücken. "Wir ärgern uns alle sehr über die Verzögerungen", erklärte sie.

Chronologie2012: Das Turmkreuz wird abmontiert, da es bei Glockengeläut gefährlich wackelte. Im Innenraum fallen Teile von der Decke. Das Gotteshaus wird geschlossen.

2013: Dekan Markus Brunner informierte in einem Pfarrbrief, dass es Ziel sei, die Friedhofskirche ab Sommer nächsten Jahres wieder nutzen zu können. Der Geistliche betonte, dass das Kirchgeld dieses Jahres komplett in die Renovierung der Friedhofskirche fließen werde.

2014: Kirchenstiftung St. Georg, Bischöfliches Baureferat und Landesamt für Denkmalpflege sind sich einig (AZ, 13. Oktober 2014): Die Kirche muss in zwei Bauabschnitten innen und außen erneuert werden.

2015: Der erste Bauabschnitt ist finanzierungstechnisch in trockenen Tüchern: Bei einem Ortstermin machten Dekan Markus Brunner, Kirchenpfleger Hans Paulus und Architekt Heinrich Schwirzer deutlich, dass das Baudenkmal durch Stillstand nicht besser werde. Im Januar 2016 sollte mit der dringend erforderlichen Sanierung begonnen werden. Die Finanzierung der Innenrenovierung war noch offen.

2016: Auch im Juli steht noch kein Gerüst an St. Katharina. Dekan Markus Brunner schrieb an den Bischof. Eine Einladung nach Regensburg erfolgte. Eine Sanierung, darüber waren sich alle einig, ist unausweichlich - nur über die Art und Weise sind Kirchenverwaltung und Diözese bis heute unterschiedlicher Ansicht. Sicher ist, dass für eine Million Euro die Fassade und der Dachstuhl renoviert werden. Ob der zweite Bauabschnitt realisiert wird, ist noch offen. Die Geldgeber wollen lediglich eine kosmetische Reparatur, die Pfarrei befürwortet jedoch eine professionelle Renovierung. Jetzt sammeln die Bewohner des Katharinenviertels Unterschriften in ganz Amberg. Nach vier Jahren wollen sie die Sperrung des Gotteshauses nicht länger erdulden. (roa)
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