Biografin Rosenberg-Band rechnet mit Hollywood ab
„Schindlers Liste“ teils fehlerhaft

Erika Rosenberg-Band ist Schriftstellerin und Journalistin. Oskar Schindlers Witwe Emilie setzte sie als ihre Erbin ein. Bild: hfz

Rosenberg. Das klingt erst einmal nach Ambergs Nachbarstadt. Doch Rosenberg ist auch der Nachname einer bemerkenswerten Frau. Die in Argentinien lebende deutschstämmige Schriftstellerin Erika Rosenberg-Band ist Professorin und weit über ihre Heimat hinaus durch ihre Biografien zu Oskar und Emilie Schindler bekannt geworden.

Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung konnte sie laut einer Pressemitteilung für einen Vortrag an den Dr.-Johanna-Decker-Schulen gewonnen werden. Besonderes Gewicht gewannen die Worte Rosenbergs durch die Tatsache, dass sie einige Jahre nach dem Tod Oskar Schindlers dessen Frau Emilie noch persönlich kennenlernte und immer wieder für die Interessen der Witwe eintrat, heißt es in dem Schreiben. Die 9. Klassen des Gymnasiums und die 10. Klassen der Realschule wohnten als Zuhörer im Gerhardinger-Saal ihrem Vortrag mit dem Titel "Gegen das Vergessen" bei und stellten Fragen. Prof. Erika Rosenberg referierte im ersten Teil ihrer Ausführungen vor allem über die besondere und aktive Rolle der Emilie Schindler bei der Rettung von über 1000 jüdischen Menschen vor dem Transport in das Vernichtungslager nach Auschwitz.

Dabei ging sie auch auf einige Fehldarstellungen im preisgekrönten Film "Schindlers Liste" ein. Im Wesentlichen ging es darum, dass die Rolle Emilie Schindlers, die sich in der Realität sehr engagiert und aktiv ebenfalls für die Rettung von Juden einsetzte, verkleinert oder ganz verschwiegen wurde. Die Hollywood-Industrie fand es laut Erika Rosenberg-Band wohl spannender, sich auf Oskar Schindler zu konzentrieren, der einerseits Lebemann, andererseits Lebensretter war.

Im zweiten Teil beschäftigte sich die 65-Jährige mit dem Verhältnis von Emilie Schindler zu Regisseur Stephen Spielberg und mit dem Umgang der Produzenten mit der Frau von Oskar Schindler, deren Urheberrechte missachtet worden seien. Im März wird eine Ausstellung mit dem Titel "Ich werde meine Juden auf jeden Fall verteidigen", eine Präsentation über Oskar und Emilie Schindler, an den Decker-Schulen die Chance bieten, das Gelernte zu vertiefen.
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