Black Hawk im Anflug auf Amberg
Falke landet ganz mühelos auf dem Klinikum St. Marien

Der US-Soldat wirft einen prüfenden Blick in Richtung Boden. Sorgen muss er sich nicht machen, alle vier Anflugmanöver klappen wie am Schnürchen. Mit einem Gewicht von über sieben Tonnen ist der "Schwarze Falke" wahrlich kein Fliegengewicht. Der Black Hawk ist wesentlich größer und schwerer als ein deutscher Rettungshubschrauber wie beispielsweise der in Weiden stationierte Christoph 80.
 
Das Rattern der Rotorenblätter kündigt ihn an, jede Menge Staub wirbelt er auf, kurz bevor er auf der Plattform des Heliports von St. Marien zur Landung aufsetzt: Der Black Hawk der US-Armee aus Grafenwöhr. Insgesamt vier Landemanöver flogen die amerikanischen Piloten am Montagnachmittag. Bilder: Hartl (3)

Die Aussicht ist grandios. Doch deswegen sind die Besucher nicht hier. Vielmehr warten sie auf die Amerikaner. Gleich darauf kommt der "Schwarze Falke". Für das Anflugtraining der US-Piloten mit dem Black Hawk müssen dann aber alle rein in den Tower.

Blauer Himmel, ein paar Schäfchenwolken, Sonnenschein: Perfektes Flugwetter, der Black Hawk aus Grafenwöhr kann kommen. Piloten der US-Armee trainieren am Montagnachmittag den Anflug auf den Heliport, der Hubschrauberplattform des Klinikums St. Marien. Eine Stunde ist dafür angesetzt, von halb vier bis halb fünf. In nicht einmal 20 Minuten haben die Amerikaner ihr Training erledigt - Mission erfüllt.

Bereits die 34. Landung


Am Montagmorgen ist zum 34. Mal seit Inbetriebnahme der Plattform Ende Juli ein Hubschrauber auf dem Dach von St. Marien gelandet. Am Nachmittag dann üben die Amerikaner. Klinikums-Mitarbeiter Tobias Meindl schaltet schon mal die Positionslichter (auch Befeuerung genannt) ein. Vor einer Wolke taucht ein kleiner schwarzer Punkt auf, kommt näher, wird größer. Der Black Hawk fliegt aus Richtung Nordosten an. Bald kündigt ihn auch ein lautes Dröhnen an. Staub von der Baustelle am Klinikum wirbelt auf, als wäre es ein Sandsturm in der Wüste. Der Hubschrauber der US Army setzt auf der Plattform auf, kurz darauf hebt er wieder ab - die Besatzung winkt den im Tower wartenden Heli-Spottern, die fleißig filmen und fotografieren, zu. Noch drei Mal wiederholt sich das Manöver.

Wind weht ganz schön


"Was? Das war's schon?!", sagt eine Mitarbeiterin sichtlich enttäuscht, die erst zum letzten Manöver der Rettungshubschrauber-Staffel aus Grafenwöhr (C/1-214 Aviation Regiment) in den siebten Stock gekommen war. Gerade mal 20 Minuten hat die Black-Hawk-Besatzung dafür gebraucht, angesetzt war ein Zeitfenster von rund einer Stunde. Zwei Anflüge hat der Ausbildungspilot absolviert, die beiden anderen dann der auszubildende Pilot. Mit dem Training zeigt sich die US-Armee sehr zufrieden. Lediglich der Wind habe das Manöver erschwert.

Einige Zuschauer verfolgen das Spektakel in luftiger Höhe vom Parkplatz des Klinikums aus. Die besten Plätze für das Heli-Spotting aber gibt es wohl nur wenige Meter Luftlinie entfernt: Auf der Dachterrasse des Seniorenheims der Diakonie in der Hellstraße.

LandeplatzhelferDas Klinikum St. Marien verfügt über insgesamt 25 Landeplatzhelfer. Einer davon ist Tobias Meindl, Mitarbeiter der Pflegedirektion. Aufgabe der Landeplatzhelfer ist es, morgens die Positionslichter zu überprüfen und sicherzustellen, dass sich keine Gegenstände auf der Plattform befinden. Bringt die Rettungshubschrauber-Besatzung einen Patienten, weisen sie der Crew den Weg: in die zentrale Notaufnahme, auf die Intensivstation oder ins Herzkatheter-Labor.

Im Winter muss der Landeplatz eisfrei bleiben. Dafür sorgt eine eingebaute Fußbodenheizung, informiert Tobias Meindl. Im Notfall wären die Landeplatzhelfer schnell zur Stelle, um die Löschanlage zu bedienen. (san)


Black HawkDer Black Hawk ist ein Allrounder, den die US-Armee auf vielfältige Weise einsetzt. Unter anderem als Rettungshubschrauber. Der Typ UH-60 A+ ist laut Susanne Bartsch, Sprecherin der US-Armee Garnison Bavaria (Grafenwöhr), für den medizinischen Transport von Verletzten konfiguriert. Permanent stationiert ist er auf dem Airfield in Grafenwöhr, um für medizinische Evakuierungen in Grafenwöhr und Hohenfels eingesetzt werden zu können. "Das ist quasi unser eigener Christoph", sagt Bartsch.

Ihren Angaben nach wiegt der "Schwarze Falke" 7620 Kilo und hat eine Spannweite mit Rotorblättern von 15 Metern. Die Crew besteht aus Pilot, Co-Pilot, Techniker und Notfallsanitäter. (san)
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