Blätter von städtischem Baum verstopfen Hausabfluss: Amberger fordert Schadenersatz
Starkregen sorgt für Laubflut mit Dachschaden

Nach Stadtansicht hält der Ahorn hier auf dem öffentlichen Begleitgrün in der Röntgenstraße den Mindestabstand von zwei Metern zum Haus dahinter ein. Selbst wenn Laub aufs Flachdach falle und dort den Regenabfluss verstopft, sei die Kommune nicht haftbar. Ebenso geltendgemachte Schäden durchs Wurzelwerk an der Mülltonnenbox vorne begutachtet die Stadt noch, die übrigens erst 2015 im Demo 450 Bäume untersucht und 30 entfernt hat, so die Pressesprecherin. Bild: Hartl

Potzblitz! Die heftigen Gewitter und Starkregen dieses Sommers führen nicht nur in Kanälen und auf Straßen zu Überflutungen. Auch viele Dachabflüsse sind überfordert und laufen über. Wenn dieses Problem durch Verstopfungen mit dem Laub städtischer Bäume noch verschärft wird, spült das bei manchem Hausbesitzer Frust hoch.

Einer, der sich wegen einer solchen Situation mächtig ärgert, ist Darius Stanczyc aus dem D-Programm. Er wohnt in der Röntgenstraße in einem der vielen Bungalows mit Flachdach. Sie haben durch die Bauweise eh die Schwierigkeit, dass Regenwasser langsamer abfließt, als auf einem schrägen Dach. Bei Familie Stanczyk ist es obendrein so, dass nur etwa zwei Meter vom Gebäude entfernt auf dem sogenannten Straßenbegleitgrün, also auf städtischem Grund, ein mehrstämmiger Ahorn steht.

Bereits Anfang Juni habe sein herabfallendes Laub dafür gesorgt, dass der Regenwasserabfluss total verstopft war - mit den im Hintergrund-Kasten beschriebenen Folgen. Darius Stanczyc schilderte all das dem Baureferat der Stadt schriftlich und stellte drei wichtige Fragen: "Wer kommt für den Schaden auf? Werden wir mit dem Problem alleine gelassen? Wann wird der Baum mit dem Wurzelwerk entfernt?" Letzterer Zusatz zielt außerdem darauf ab, dass auch die Wurzeln des Ahorns durch ihre Ausbreitung die unmittelbar angrenzende Mülltonnenbox der Stanczycs beschädigt haben sollen.

In einer ersten Antwort an die AZ betonte Pressesprecherin Susanne Schwab, dass die Stadt den gemeldeten Schaden "nicht anerkennt". Und zwar, weil sie sich nach dem im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten Nachbarschaftsrecht im Recht sehe. Danach sei der Mindestabstand von zwei Metern geregelt, den der Ahorn zum Haus der Stanczycs einhalte. Auch für herabfallende Blätter und Samen ergebe sich daraus die Vorschrift, "dass dafür derjenige zuständig ist, bei dem das Laub anfällt".

Auf dem eigenen Grund müsse "jeder seine Dinge selber sauberhalten und kann das nicht von anderen verlangen", hob Schwab auf den verstopften Dachabfluss ab. Wenn dort nicht gereinigt würde, sei es "auch Verschulden des Eigentümers, wenn daraus ein Schaden entsteht". Dennoch hat die Stadt laut Schwab die Sache an ihre Versicherung weitergegeben, um sie rechtlich "wasserdicht" prüfen zu lassen. (Angemerkt)

Hintergrund"Nachdem wir sehr ungewöhnliche Geräusche vom Dach festgestellt haben, kam auch schon der Nachbar vom Hochhaus gegenüber mit der Information, dass unser Dach einem Swimmingpool gleicht, und dass Wasser wie bei einem Wasserfall an der Außenfassade entlangläuft." So hat Darius Stanczyc der Stadt das Problem mit seinem durch Laub verstopften Regenabfluss geschildert. Durch den "enormen Druck - über 15 Tonnen -" sei es zu Beschädigungen am ganzen Flachdach gekommen. Risse hätten Regenwasser auch in den Wohnraum eindringen lassen.

"Der dabei entstandene Schaden am Dach und an den Decken beläuft sich sicherlich auf 35 000 Euro", teilte Stanczyc bereits Anfang Juni der Stadt mit, um sich Ende des Monats nach einem erneuten Gewitter noch einmal zu melden und Folgendes zu ergänzen: "Durch den Druck der Wassermassen von oben kam es heute zusätzlich zu Abplatzungen zwischen den Wänden und der Decke. Wir haben jetzt schon Angst, dass beim nächsten Starkregen die Decke über unseren Köpfen einbricht. Diesen Zustand kann und darf ich nicht weiter tolerieren." Stanczyc drohte an, dass er "selbst an dem Baum Hand anlegen wird, um mein Eigentum, Gesundheit und Leben zu schützen". Er ließ das bleiben, weil ihm die Stadt mitgeteilt hatte, dass der Ahorn unter die Baumschutzverordnung fällt und ohne Genehmigung nicht entfernt werden darf. (ath)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.