Brücken-Abriss bei der B85: Amberger freuen sich über erweitertes Straßennetz
Eineinhalb Jahre Umleitung

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Sommerzeit, Baustellenzeit. So sind das die Amberger mittlerweile gewohnt. Pünktlich zum Start der großen Ferien wird die Brücke über die B 85 beim Edeka-Center abgerissen - mit nicht unerheblichen Folgen.

Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt nennt das, was sich er und seine Kollegen haben einfallen lassen, den "Amberger Schmetterling". Die Umleitungsstrecke während des Brückenneubaus hat tatsächlich Ähnlichkeit mit einem überdimensionalen Falter. Eineinhalb Jahre müssen sich die Autofahrer, die die Kreuzung der Bundesstraßen 85 und 299 passieren, in einem ausgeklügelten Schleifensystem zurechtfinden. "Im Prinzip ist das ganz einfach", erklärte Noll bei einem Ortstermin am Mittwochvormittag. "Die Umleitung funktioniert wie ein großer Kreisverkehr."

Keine Verkehrsbehinderungen

Obwohl die Kreuzung mit rund 34 000 Fahrzeugen pro Tag der am stärksten beanspruchte Verkehrsknotenpunkt der Stadt ist, geht Noll davon aus, dass es zu keinen nennenswerten Verkehrsbehinderungen kommt. "Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass der Verkehr weiterhin durchgehend in alle Fahrtrichtungen fließen kann." Ende Juli fangen Arbeiter an, die Baustelle einzurichten. Zunächst legen sie die Umleitungsstrecke an. Unmittelbar danach beginnt der Abbruch der 1969 errichteten Brücke. "Eine Sanierung wäre nicht wirtschaftlich gewesen", erklärte Noll dazu.

Künftig vier Fahrstreifen

Im Frühjahr 2016 folgt der Bau der neuen Brücke. Sie wird genauso lang sein (46 Meter), jedoch ein bisschen breiter. Bisher gibt es auf der Brücke drei Fahrspuren, künftig sind es vier: Eine Einfädelspur für die Fahrzeuge, die aus Ursensollen anrollen und Richtung Sulzbach-Rosenberg abbiegen wollen, kommt dazu. "Wenn nichts dazwischenkommt, kann die neue Brücke vor Einbruch des Winters 2016 freigegeben werden", ergänzte Kollege Hannes Neudam.

Zügige Arbeiten

Oberbürgermeister Michael Cerny lobte die Planer für ihr zügiges Arbeiten. Der Rathauschef sagte, ihn freue besonders, dass der in die Jahre gekommene Fiederbachdurchlass neben der Brücke gleich mit erneuert wird. Die neue Röhre, durch die das Gewässer fließt, fällt etwas größer aus. "Das nutzt auch den Tieren, die hier ihren Lebensraum haben", merkte Noll an. Die Bewohner der Schlesierstraße dürften nach Fertigstellung eine spürbare Abnahme des Lärms verzeichnen. Spezielle Fahrbahnübergänge sollen dafür sorgen, dass die für Brücken typischen Holpergeräusche der Vergangenheit angehören.

Erweiterung des Lärmschutzwalles

Bei den Arbeiten werden überschüssige Erdmassen anfallen. Auch hier wollen Stadt und Bauamt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Erdreich soll für die Erweiterung des Lärmschutzwalles verwendet werden, der wenige Hundert Meter weiter entlang der Bundesstraße 299 entsteht. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp fünf Millionen Euro.
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