Büro aus Hannover plant im Auftrag der Stadt Verbesserungen für den Radverkehr
Konzept losgetreten

Zum Ortstermin kamen OB Michael Cerny, Baureferent Markus Kühne und Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko (von rechts) mit dem Fahrrad zum Gregor-Mendel-Gymnasium. Hier wird deutlich, dass oft der Straßenraum fehlt, um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Ein externes Büro überlegt sich jetzt ein Radverkehrskonzept für ganz Amberg. Bild: roa

Vom Business-Biker zum Senior-Radler, vom Touren-Treter zum Spazieren-Fahrer - zwischen Klapprad und E-Bike liegen mittlerweile Welten, vor allem auch in den unterschiedlichen Anforderungen an den Straßenverkehr. Wie lässt sich daraus trotzdem ein kleinster gemeinsamer Nenner basteln? Wo kann man die Radwege-Führung in Amberg verbessern? Welche Sicherheitslücken gibt es? Diesen Fragen geht künftig ein externes Büro nach. Mit der Ausarbeitung eines Radverkehrskonzepts wurde die Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz GbR in Hannover beauftragt.

Passend zur Europäischen Mobilitätswoche gaben OB Michael Cerny, Baureferent Markus Kühne und Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko den symbolischen Startschuss - natürlich auf dem Fahrrad.

Hoffen auf neue Ideen


Das bisherige Wege-Konzept ist schon 15 Jahre alt und konnte bislang nur zur Hälfte abgearbeitet werden. Vielleicht ist es aber auch mittlerweile überholt? Mit der Vergabe an ein externes Büro erhoffen sich die Stadträte, die mit Beschluss vom 18. August den Auftrag erteilten, neue, übergreifende Impulse und Ideen für ganz Amberg. Besonders unter die Lupe genommen wird die Verbesserung der Sicherheit beispielsweise rund um Schulen, aber auch touristische Aspekte sowie die Berücksichtigung der schnelleren E-Bikes auf kombinierten Rad- und Fußwegen sollen im Fokus stehen.

Wenige fahren Rad


"Vor allem dort, wo Straßenraum fehlt, sind Ideen gefragt", sagte Kühne. Insbesondere auch die verbesserten Wegverbindungen zwischen Wohngebieten und Arbeitsplätzen in Industrie- oder Gewerbegebieten seien interessant, sagte Mitko. Cerny betonte, dass es in Amberg ein erhebliches Steigerungspotential beim Radverkehrsanteil gebe. "Hier liegt die Stadt Amberg im unteren Mittelfeld der kreisfreien Städte."

Das Büro aus Hannover ist auch für die Stadt Erlangen tätig und beauftragt, Aspekte wie Fahrradparken, Verkehrszählungen oder Unfallanalyse zu berücksichtigten. Der planerische Abschluss ist bis zum Ende des zweiten Quartals 2017 vorgesehen, damit die dringendsten Maßnahmen für den Haushalt 2018 angemeldet werden können.

AZ-Leser melden Radweg-ProblemeDie letzte große Verkehrsuntersuchung liegt 19 Jahre zurück. Der Radverkehrsanteil lag gemessen an der Zahl der insgesamt zurückgelegten Verkehrswege im Stadtgebiet bei etwa zwölf Prozent. In der Zwischenzeit wurden nur etwa 2100 Meter neue Radwege errichtet, so dass die Experten aus der Stadtverwaltung bis heute nicht mit einer größeren Steigerung rechnen. Auch die Hochschule wird den Radfahreranteil nicht wesentlich erhöht haben, da der größte Teil der Studenten aus der Region stammt und mit dem Pkw pendelt, erklärte Oberbürgermeister Michael Cerny.

Allerdings haben viele Radfahrer in der derzeitigen Wegführung oder in maroden Straßen Stolperfallen und Schwachstellen entdeckt. Die AZ rief dazu auf, diese Verkehrsaufreger der Redaktion zu nennen. Das Thema bewegt: Über 40 E-Mails gingen ein. Bemängelt wird vor allem der schlechte Zustand der bereits vorhandenen Wege. Die einzelnen Stolperstellen werden in der Ausgabe vom 1. Oktober vorgestellt.
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