Bundesverband Schädel-Hirnpatienten in Not tagt in Amberg
Angehörige oft Helden ohne Anerkennung

"Früher spielte ich Schlagzeug", "damals fuhr ich Motorrad" und "einst war ich Kirchenmusiker": Die Kontaktanzeigen in der Zeitschrift "Wachkoma" lesen sich erschütternd. Sie beschreiben, was die Inserenten einmal konnten und gerne machten. Heute sind sie dazu nicht mehr in der Lage. Ein Schlaganfall oder eine schwere Schädel-Hirnverletzung hat ihr Leben radikal verändert, sie zum Teil ans Bett oder an den Rollstuhl gefesselt.

Hilfsangebot und Austausch


Aber Tobias, Sabine, Matthias und alle anderen Betroffenen sind Menschen mit eigenen Interessen und Wünschen geblieben. Das drücken sie auch in den Kontaktanzeigen aus, mit denen sie jemanden suchen, der sie versteht, vielleicht ihr Schicksal teilt und bereit ist, nach meist langer Leidensgeschichte ein Stück des Weges zurück ins Leben mitzugehen.

Das tut auch der Bundesverband Schädel-Hirnpatienten in Not. Seit 26 Jahren. Am Wochenende hielt er wieder seine Fachtagung in Amberg ab, die Betroffene, Angehörige, Mediziner, Therapeuten, Pflegekräfte und weitere Experten zum Thema vereinte. Wie berichtet, hatten sie beim Amberger Symposium im König-Ruprecht-Saal zwei Tage lang Gelegenheit, sich über neueste Infos zu Schädel-Hirnverletzungen, Wachkoma und Neurorehabilitation auszutauschen. Moderiert wurden die Vorträge und Diskussionen vom Bundesvorsitzenden Armin Nentwig, der die "Klammer" für alle Angebote bildete, ihre Bedeutung zusammenfasste und nach außen verständlich darstellte.

Auch bei seinem Bericht in der Jahreshauptversammlung am Samstag betonte er, dass die aus weiten Teilen des Bundesgebiets angereisten Teilnehmer durch dieses Treffen, aber auch andere Veranstaltungen, die Aktivitäten von rund 70 Regionalgruppen und regelmäßige Veröffentlichungen der Verbandszeitschrift "voneinander lernen, Mut schöpfen und neue Ideen erhalten", wie sie ihre Situation verbessern können.

Helden ohne Anerkennung


Nentwig lobte vor allem die pflegenden Angehörigen als "Helden ohne Anerkennung" und "größten Pflegedienst der Nation". Über 60 Prozent der betroffenen Familien versorgten ihre Patienten zu Hause und würden somit dem Staat, der meist finanziell einspringen muss, hohe Heimkosten ersparen. Umso bedauerlicher ist es für Nentwig, dass diese Menschen dann oft um jede Unterstützung streiten müssten. (Angemerkt)
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