Bundeswehr verabschiedet katholischen Standortgeistlichen
Militärpfarrer meldet sich ab

Der katholische Militärpfarrer Johannes M. Lang (Zweiter von links) wurde von (von links) Brigadegeneral André Bodemann, Pfarrhelferin Barbara Hellebrand, Militärdekan Artur Wagner, den Bürgermeistern Martin Preuß und Roland Strehl sowie Oberstleutnant Johann Mörtl und Stabsfeldwebel Herbert Krauß verabschiedet. Bild: dl

Mit zunehmenden Auslandseinsätzen ist die Militärseelsorge in der Bundeswehr immer wichtiger geworden. In Amberg muss sie jetzt auf ein katholisches Urgestein in ihren Reihen verzichten. Militärpfarrer Johannes M. Lang ist in den Ruhestand gegangen.

Seine offizielle Entpflichtung vom Dienst fand im Offiziersheim der Leopoldkaserne statt. Zuvor hatte der scheidende Pfarrer in Konzelebration mit zwölf weiteren Geistlichen in der Kirche Heilige Familie am Bergsteig einen Dankgottesdienst zu seinem Abschied gefeiert. Dazu waren viele Soldaten aus den umliegenden Standorten und einige Ehrengäste gekommen. Der Leitende katholische Militärdekan, Artur Wagner aus München, überreichte Lang die Entlassungsurkunden von Militärbischof Franz-Josef Overbeck und Verteidigungsministerium.

"Authentischer Priester"


Fünf Jahre war der 66-Jährige bei der Panzerbrigade 12 Oberpfalz als Militärseelsorger in Amberg tätig. Der Pfarrer wurde bereits zweimal von seinem Bistum für den Dienst in der Militärseelsorge freigestellt (1981-87 und 2009-16) und hat dabei viel Gutes gewirkt, betonte Wagner. Er habe etliche Änderungen bei der Bundeswehr und deren neue Herausforderungen hautnah erlebt. "Ich schätze Dich als einen authentischen katholischen Priester. Du stehst mit ganzem Herzen hinter deinem Wirken", sagte der Dekan und nannte "verschiedene Arten" von Seelsorgern: "Du bist etwas leiser, sorgst für Ruhe und bringst den Menschen zur Ruhe", bescheinigte er Lang, "Du bist ein Gentleman der alten Schule und ein Unikat, das man nicht ersetzen kann". Apropos: Zunächst soll das Katholische Militärpfarramt Amberg von Militärpfarrern aus Weiden und Cham mit geführt werden.

Langs Vorgänger, Militärdekan Alfons Hutter, moderierte den Festakt. Hausherr Brigadegeneral André Bodemann stellte die Notwendigkeit der Militärgeistlichen heraus. Er bedankte sich bei Lang für "schöne Stunden" bei Wallfahrten, Messen und Gesprächen. "Unsere Soldaten werden Sie vermissen", meinte der Kommandeur der Panzerbrigade.

Im Namen der Garnisonsstädte Amberg und Kümmersbruck nahmen die Bürgermeister Martin Preuß und Roland Strehl Abschied von Johannes Lang. Regionaldekan Ludwig Gradl, Mitbegründer der Amberger Soldatenfußwallfahrt und ehemaliger Standortpfarrer, lobte das gute Miteinander. Er wünschte dem Kollegen in seiner neuen Verwendung im Exerzitienhaus St. Ulrich in Hochaltingen Zeit und Ruhe für sich selbst.

Erfüllende Aufgabe


Für die Gemeinschaft Katholischer Soldaten rief Vorsitzender Stabsfeldwebel Herbert Krauß die Zeit mit den Familien in Erinnerung. Auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Oberstleutnant Johann Mörtl bedankte sich bei dem "beliebten Seelsorger" mit der Bitte, als gebürtiger Amberger den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Lang bezeichnete sich selbst als eher "unmilitärischen Menschen". Die Zeit als Seelsorger bei der Bundeswehr sei jedoch eine erfüllende und geliebte Aufgabe gewesen. Seiner Pfarrhelferin Barbara Hellebrand dankte er in diesem Zusammenhang mit einem kleinen Geschenk.

Vielseitige VerwendungPfarrer Johannes Lang ist gebürtiger Thanheimer. Er machte 1970 sein Abitur in Amberg, studierte in Regensburg und Salzburg und wurde am 25. Juni 1977 zum Priester geweiht. Stationen seines Lebenswegs waren Pfarreien in Schönwald, Waldsassen und Cham. Dort wirkte er von 1981 bis 1987 auch als Militärpfarrer. Es folgten Verwendungen in Nagel, Maihingen, Aiterhofen, Jerusalem, Wald und Hochaltingen. Im September 2009 wurde er erneut Militärpfarrer in Torgelow, Stettin und Prenzlau, um schließlich von Januar 2011 bis Ende vergangenen Monats in gleicher Funktion für die Standorte Amberg, Kümmersbruck, Hof und Bayreuth zu wirken. (dl)
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