Buongiorno Roma!
350 Oberpfälzer besuchen ihren Christbaum auf dem Petersplatz

Er dürfte eines der beliebtesten Fotomotive Roms sein, der Oberpfälzer Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz. Noch immer sind Mitarbeiter des Vatikans dabei, alles für die Feier am Freitag herzurichten. Die Dekoration hat Premiere: Zum ersten Mal trägt er bunte Kugeln. Kinder in verschiedenen iatlienischen Krankenhäusern haben den Baumschmuck gestaltet. Die Kugeln sollen nach Weihnachten für einen guten Zweck verkauft werden.
 
Die ersten Pilger aus der Region sind in Rom angekommen. Bilder: Piehler
Die ersten Rompilger sind in der Ewigen Stadt angekommen und waren weder zu übersehen, noch zu überhören. Gleich nach der Landung sangen die Oberpfälzer die Bayernhymne. Im Laufe des Vormittages treffen sich die 350 Teilnehmer aus Freudenberg, Hirschau und Schnaittenbach, die mit vier Flugzeugen angereist sind, im Hotel The Church Village. Gegen Mittag brechen sie in verschiedenen Gruppen Richtung Petersplatz auf, um zum ersten Mal "ihren" Oberpfälzer Weihnachtsbaum in voller Pracht zu bewundern.

Zu einem ersten Höhepunkt kommt es am Donnerstagnachmittag. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. empfängt eine 50-köpfige Abordnung der Reisegruppe zu einem Treffen in den Vatikanischen Gärten. Landrat Richard Reisinger freut sich besonders auf die Begegnung, weil er dem ehemaligen Pontifex ein Geschenk des Dekanates Sulzbach-Hirschau überreichen darf: Eine antiquarischge Ausgabe einer Bibel-Übersetzung von Joseph Franz von Allioli. Der weltbekannte Theologe wurde 1703 in Sulzbach geboren. Der Landrat wird bei dem Treffen um 16.30 Uhr in der Nähe der Lourdes-Grotte auch im Namen der Romfahrer sprechen. "Mein Grußwort wird gewohnt kurz ausfallen", sagte er.

"Für mich ist das nur zur Hälfte eine Dienstreise ", sagt Reisinger. "Ich bin auch als Pilger hier." Er sei ja kirchlich sozialisiert, deswegen seien die Tage in Rom für ihn auch ein Glaubenserlebnis. "Und ein bisschen stolz ist auch mit dabei."

Der 72-jährige gebürtige Wutschdorfer, Pater Robert Schmidbauer, freut sich besonders auf die Begegnung mit Papst Franziskus. "Das wird für mich der Höhepunkt der Reise", sagt der Karmelitenpater. Schmidbauer hat in Rom studiert und wurde 1969 dort zum Priester geweiht. "Besonders schön finde ich, dass unser Christbaum zwei Wipfel hat. Das steht symbolisch für die zwei Päpste."



Als "große Ehre" empfindet es Annette Pruy-Semsch, bei der Feier in Rom dabei sein zu dürfen. Die 32-jährige leitet und dirigiert das Orchester des Musikzuges Hirschau, das bei der Illumination des Weihnachtsbaumes auf dem Petersplatz spielen wird. "Es ist ein großes Highlight für uns alle", sagt sie. "Ich hoffe, Papst Franziskus kann uns hören. Wenn nicht, hört uns der liebe Gott." Die Musikerin ist zum ersten Mal in Rom und genießt das Flair der Stadt.

Uwe Bergmann gehört zur Schnaittenbacher Pilgergruppe. Er ist ein Verehrer des emeritierten Papst Benedikt XVI. "Ich war 2006 bei der Messe in Regensburg. Das hat mich sehr beeindruckt", sagt er. Deswegen freut er sich, dass er den bayerischen Papst am Freitag noch einmal treffen kann. Für ihn ist die Reise ein persönliches Weihnachtsgeschenk. "Den Vatikan wenige Tage vor Weihnachten zu besuchen, ist etwas Besonderes - noch dazu bei diesem Baum."

Bernhard Wisgickl ist einer der wichtigsten Personen bei dem Beleuchtungsfest. Er war es, der den Baum ausgesucht, betreut und nach Rom begleitet hat. "Als Baumsucher darf ich Papst Franziskus persönlich die Hand schütteln", erzählt er. "Das ist eine unglaubliche Ehre." Wisgickl hofft, dass das Projekt Papstbaum rundum positiv in Erinnerung bleibt. "Bis jetzt hat alles gepasst. So soll es bleiben."

Auch der Musikzug Hirschau ist wohlbehalten in Rom angekommen. Die 35 aktiven Musiker unter der Leitung von Annette Pruy-Semsch hat am Freitag um 16.30 Uhr unter dem Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz seinen großen Auftritt. Das Orchester spielt in seiner weiß-blauen Tracht drei Stücke und wird unterstützt von Musikern der Schweizer Garde. Mit dabei ist der komplette Vorstand mit Vorsitzendem Maximilian Stein.
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