Cantus Ferrum saniert Stadtturm
Große Holztür für das Vilstor

Mit Leidenschaft interpretierten die Musiker von Éire Music die traditionellen irischen Lieder, die von Seefahrt, Krieg, Abenteuer und Liebe handeln.
 
Als ausgezeichneter Gastgeber präsentierte sich Cantus Ferrum bei seinem Weinfest. Die Besucher konnten sich auch ein Bild von der Holztür machen, die der Verein für erlebte Geschichte selbst angefertigt hatte. Bilder: ads (2)


Wein, Brotzeit und irischer GesangDie Mitglieder von Cantus Ferrum, Verein für erlebte Geschichte, haben bei ihrem Weinfest die Fertigstellung der Holztür am Vilstor gefeiert (siehe auch obenstehenden Bericht). "Das neue Tor sieht so alt aus, als wäre es schon immer da gewesen": Das war für Vorsitzenden Jörg Pickelmann das schönste Kompliment an diesem Abend.

Zahlreich waren die Besucher in den Innenhof des Vilstors gekommen. Dort sorgten wärmende Feuerstellen für eine urig-gemütliche Atmosphäre. Die Mitglieder von Cantus Ferrum boten ihren Gästen rustikale Brotzeiten (Brot mit Obatztem, Schnittlauch und Griebenschmalz) sowie Winzerteller an. Neben verschiedenen Weinen und Bieren durfte der Honigwein Met auch nicht fehlen. Beim Weinfest trafen auch das Mittelalter und Irland aufeinander - es zeigte sich, dass sich beide viel zu sagen haben. Mit Leidenschaft interpretierten die Musiker Anita Kinscher und Holger Herrmann (Gitarre und Gesang) sowie Sam Stadler (Mundharmonika und Gesang) von Éire Music die traditionellen irischen Lieder, die von Seefahrt, Krieg, Abenteuer und Liebe handelten. Sowohl raue Songs als auch sanft-melancholische Balladen bekam das Publikum zu hören - und dem gefiel die stimmungsvolle Musik. (ads)

Nahezu genial ist das Vilstor mit mittelalterlichem Ambiente für Cantus Ferrum als Vereinssitz. 1990 war der Verein für erlebte Geschichte in das Turmtor, das 1326 im gotischen Stil errichtet wurde, eingezogen. Seitdem treiben die Aktiven die Sanierung voran.

Jüngstes Projekt war der Bau einer großen Holztür zum Schutz des Vilstor-Innenhofs. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde beim Weinfest vorgestellt. Ein Jahr intensive Recherche und vier Wochen Bauzeit liegen hinter den Mitgliedern von Cantus Ferrum und dem Vereinsvorsitzenden Jörg Pickemann. So lange dauerte es, bis die große Holztür nach den Vorgaben des Denkmalschutzes realisiert werden konnte.

Einige Vorgaben


Zur Verwendung sollte möglichst Altholz kommen, dieses musste von Hand gebunden sein, alle Eisenteile mussten handgeschmiedet sein, die Tür musste diagonal aufklappbar sein: An diese vorgegebenen Richtlinien hatte sich der Verein beim Bau der Tür zu halten. "Für mich als Zimmermann hatte es einen besonderen Reiz, mich dieser Aufgabe zu stellen", sagte Jörg Pickelmann.

Er zeigte sich sehr beeindruckt vom Teamgeist und dem großen Zusammenhalt der Vereinsmitglieder beim Bau der Türe. "Beim Einsatz von alter Handwerkskunst durch Schmied und Zimmermann konnte Geschichte mit viel Liebe zum Detail gelebt werden." Erst beim Tag des offenen Denkmals vor wenigen Wochen hatten sich Interessierte ein Bild von den Sanierungsarbeiten im Vilstor machen könnten. Bisher wurden der Boden im Parterre sowie die Wände und die Decke einer Etage modernisiert. Das jüngste Projekt, die große Holztür am Eingang, dient dazu, den Innenhof des Turmes vor dem Regen zu schützen. Jörg Pickelmann lobte die Unterstützung durch die Stadt Amberg und der Denkmalschutzbehörde, für die Hans-Georg Wiegel vom städtischen Bauamt der Ansprechpartner vor Ort war, sowie Archivar Dr. Johannes Laschinger bei geschichtlichen Fragen.

Vielfältige Unterstützung


Hilfe finde der Verein aber auch stets bei Stadtheimatpflegerin Beate Wolters sowie Kreisheimatpfleger Mathias Conrad, der den Verein bei seiner einjährigen Recherche im Vorfeld des Baus der Tür begleitet hatte. Der gelernte Zimmermann Jörg Pickelmann dankte aber auch seinem Kollegen Hubert Piehler sowie dem Vilsecker Schmied Jan Pirner für ihre Arbeitseinsätze. Nach Angaben des Vorsitzenden beabsichtigt der Verein, die Stadtmauer in Richtung Malteser weiter zu sanieren. Bürgermeisterin Brigitte Netta würdigte das Engagement des Vereins, die Geschichte der Stadt erlebbar zu machen.
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