Caritas gründet Flüchtlings-Fonds
Für Brillen und Schulhefte

Der ehrenamtliche Vorstand der Caritas und die Mitarbeiter hoffen auf Unterstützung für ihre Arbeit mit Flüchtlingen. Von Links: Geschäftsführer Günther Koller, Vorsitzender Wolfgang Schmalzbauer, Sylvia Benjamin, Wolfgang Seiferth, Irina Huber und Anne Kuchler. Bild: Hartl

Die Caritas investiert in die Flüchtlingshilfe. Diese Arbeit stellt den Verband vor finanzielle Probleme. Jetzt wurde ein Fonds gegründet. Das Hilfswerk hofft auf ein langfristiges Engagement der Spender.

Die Anforderungen an viele Hilfsorganisationen haben im vergangenen Jahr zugenommen. Niemals habe es eine Zuwanderung gegeben, wie sie sich gegenwärtig dartellt, erklärt Caritas-Vorsitzender Wolfgang Schmalzbauer.

Um den Flüchtlingen besser helfen zu können, hat der Verband mehr Personal eingestellt. "Bis Mitte des vergangenen Jahres hatten wir nur eine Kraft", erzählt der Vorsitzende. Die Flüchtlingsarbeit betreute Anne Kuchler. Dann sei Irina Huber gekommen und im vergangenen Monat schuf die Caritas noch eine Stelle für Sylvia Benjamin. Zwischenzeitlich hatte Kuchler schon ihren Stundenanteil erhöht. Derzeit hat das Hilfswerk 2,5 Stellen für die Asylsozialberatung. Den Großteil der Personalkosten übernimmt der Staat, ein Zuschuss kommt von der Kirche. Den Rest aber müsse der Verband erbetteln, betont Geschäftsführer Günther Koller.

Für die Caritas sind das nicht die einzigen Mehrkosten. Sie leistet auch immer wieder Einzelfallhilfe bei persönlichen Notlagen. So würden Blutdruckmessgeräte und Inhaliersprays gekauft, erklärt Asylberaterin Anne Kuchler. Auch Brillen würden von den Spenden finanziert. Hinzu kommen beglaubigte Übersetzungen, außergewöhnliche Fahrtkosten oder ein Rechtsbeistand. "Das bekommen wir nirgendwo sonst her", berichtet Kuchler. Die Caritas könne manche Hilfe für die Flüchtlinge nur durch Spenden finanzieren.

Mit den Zuwendungen wird auch die Arbeit der Ehrenamtlichen unterstützt. So werden meist die Materialkosten bei deren Tätigkeiten übernommen. Die Helfer engagieren sich zum Beispiel in Deutschkursen, der Hausaufgabenhilfe, einer Kindergruppe, einem Begegnungstreffen, einer Kunstgruppe und in der Kinderbetreuung. Hinzu kommen Veranstaltungen, Feste des Jahreskreises und Öffentlichkeitsarbeit. Auch bei der Integration in Vereine unterstützen sie. "So kann Integration und Kommunikation optimiert werden", erklärt Wolfgang Schmalzbauer. "Ich hätte nie geglaubt, wie viele Bürger sich engagieren und einbringen."

"Die Idee ist, die Asylsozialberatung auf dauerhafte finanzielle Unterstützung zu bauen", so der Vorsitzende. "Uns geht es um eine mittelfristige Finanzierung der Arbeit der Caritas", ergänzt Koller. Zu diesem Zweck hat der Verband einen Flüchtlingsfonds eingerichtet. Das Geld soll zum Großteil für die Flüchtlinge in der Stadt Amberg verwendet werden. Für den Landkreis sei die Diakonie verantwortlich, erklärt Schmalzbauer. Zunächst habe man Mitglieder und Pfarreien angeschrieben. "Wir wollen noch gezielt auf Firmen zugehen", sagt der Vorsitzende. "Wir werden jetzt die Information in die Breite streuen."
Ich hätte nie geglaubt, wie viele Bürger sich engagieren und einbringen.Caritas Vorsitzender Wolfgang Schmalzbauer
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.