CSU-Fraktion mit klarem Ziel
Mehr auf Bier konzentrieren

ist eine traditionelle Bierstadt. Die CSU möchte dieses Renommee mehr in den Fokus rücken und es weiter aufpolieren. Um Anregungen zu sammeln, begab sich die Spitze der Stadtratsfraktion auf Tour. Der Weg führte zu einem ehemaligen Konkurrenten.

Amberg. Bayern feiert 500 Jahre Reinheitsgebot derzeit mit einer Landesausstellung im niederbayerischen Kloster Aldersbach, das sich gegen zahlreiche andere Bewerber aus dem Freistaat, unter ihnen auch Amberg, durchgesetzt hatte.

Zu sehen ist die Präsentation noch bis Sonntag, 30. Oktober. So lange wollte die CSU-Fraktion nicht warten und nutzte die Ferien für einen Ausflug. Am Rande des Besuchs stellte Vorsitzender Dieter Mußemann laut einer Pressemitteilung fest: "Amberg wäre mit seinem historischen Bier-Stadl im ehemaligen kurfürstlichen Wagenhaus am Paulanerplatz, einer über 500 Jahre alten Brautradition und den heute noch sechs aktiven Brauereien, die derzeit insgesamt 47 unterschiedliche Biere herstellen, sicherlich ein absolut ebenbürtiger Austragungsort für die Bayerische Landesausstellung gewesen."

Zudem gab es bis in die 70er-Jahre zehn große Brauereien gleichzeitig, wodurch Amberg jahrhundertelang europaweit als Stadt mit den meisten Brauereien - im Verhältnis zur Einwohnerzahl - gegolten habe.

Zuschlag an Aldersbach


Bayerns damaliger Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) führte in der 2010 getroffenen Entscheidung für Aldersbach als Hauptargument an, dass das ehemalige Zisterzienser-Kloster in Aldersbach mit seinem sanierten Komplex die typisch bayerische Verbindung von "Bier und Barock" zeige.

Durchaus konkurrenzfähig


Die Stadträte waren sich aber nach dem Besuch der Ausstellung einig, dass Amberg mit der Tradition ihrer ehemaligen Klosterbrauereinen und der grundsätzlichen Biergeschichte mit Aldersbach durchaus konkurrieren kann. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Rupert Natter erwähnte Ambergs älteste Klosterbrauerei, die von den Franziskanern, die sich 1452 in der Stadt niederließen, betrieben wurde.

Daneben gab es die Jesuitenbrauerei, die 1693 eine Konzession erhielt und später als Malteserbrauerei bekannt wurde. Die Paulaner errichteten 1717 eine Brauerei. Ein Höhepunkt laut Natter: 1773 trat Valentin Stefan Still, der bereits eine Bierbrauerlehre nachweisen konnte, in das Paulanerkloster ein und wurde später durch die Produktion seines Starkbieres unter dem Namen Frater Barnabas bekannt. Er braute ein dunkles Starkbier, dem man den Namen Salvator gab. Natter: "Bald drang die Kunde seines Wirkens bis nach München, wo sich Frater Barnabas im Paulanerkloster ob der Au um 1780 nachweisen lässt und wo das weltberühmte Starkbier bis heute fortlebt."

Nächstes Jahr Jubiläum


Ebenso bemerkenswert ist für Stadträtin Gabi Donhauser, dass der damalige Kurfürst Friedrich V., der neuen Weißbräugesellschaft am 26. Oktober 1617 mit der Ratifizierung der "Weißen Bier- und Bräuordnung" die landesherrliche Konzession zur Produktion von "weißem" Bier verlieh. Der 400. Jahrestag könnte den Rahmen für ein Bierfest bieten.
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